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FC Ingolstadt verpasst gegen HSV «lucky punch»

Ingolstadt (dpa/lby) – Gekämpft, gerackert – aber wieder nicht gepunktet: Der Tabellenletzte FC Ingolstadt hat seine lange Misserfolgsserie in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Spitzenreiter Hamburger SV am Tag vor dem Arbeitsbeginn des neuen Trainers Jens Keller verlängert. Die Hanseaten gewannen am Samstag mühevoll im Audi Sportpark mit 2:1 (1:0). «Unter dem Strich gewinnt der HSV verdient. Aber den lucky punch können am Ende wir setzen», kommentierte Interimscoach Roberto Pätzold. Die Moral stimmte, das Ergebnis nicht.

Freistoßschütze Aaron Hunt (28. Minute) und Hee-Chan Hwang (51.) trafen für den Aufstiegsfavoriten aus Hamburg. Der 19-jährige Fatih Kaya verkürzte für die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber (54.).

Die ganze Hoffnung gilt nun dem 48-jährigen Keller. Er wird am Sonntag offiziell vorgestellt und seine Rettungsmission dann im Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98 beginnen. «Jens Keller hat schon gezeigt, dass er sehr gut punkten kann», äußerte Außenverteidiger Marcel Gaus über den Coach mit Bundesligaerfahrung.

Der HSV bestimmte vor 13 500 Zuschauern das Spiel. Bakery Jatta traf noch die Latte (38.). Der FCI blieb im ersten Spiel nach der Trennung von Alexander Nouri zum elften Mal nacheinander sieglos. U19-Coach Pätzold bewies als Zwischenlösung Mut, veränderte fast alles im Vergleich zu Nouri. Er ging zurück zur Viererkette und brachte etliche Debütanten wie Torschütze Kaya. Im Tor stand Fabijan Buntic.

«Der Trainer kommt mit großen Eiern, bringt drei, vier junge Spieler», sagte Almog Cohen, der den auf die Bank verbannten Marvin Matip als Kapitän vertrat. Pätzold fand die Aufstellung nicht mutig: «Ich habe allein die Trainingswoche Revue passieren lassen.»

Die Schanzer rannten und kämpften. Fußballerisch reifer war der HSV, angeführt von Dirigent Hunt. Und die Gäste agierten viel effektiver. Hunt nutzte die Freistoßchance. Und beim zweiten Tor spielte Lewis Holtby Torschütze Hwang wunderbar frei.

Kayas Kopfballtor erzeugte neue Spannung. «Es war total eng, total schwer für uns bis zum Ende», sagte HSV-Coach Hannes Wolf. Der FCI kämpfte vergebens, Konstantin Kerschbaumer scheiterte kurz vor Ende an HSV-Torwart Julian Pollersbeck (89.). «Wir brauchen Punkte, egal wie», sagte Kapitän Cohen. Acht nach 15 Spielen sind desaströs.