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Staatskanzlei lädt für Mittwoch zum Schulgipfel ein

München (dpa/lby) – Es dürfte ein hitziges Treffen werden: Bei einem Schulgipfel der Staatskanzlei stoßen am Mittwoch Lehrer, Eltern, Schüler und Politiker aufeinander. Schon im Vorfeld hatte es teils harsche Kritik an der Schulpolitik der Staatsregierung in der Corona-Pandemie gegeben. In großer Runde soll nun beim Gipfel die aktuelle Lage an den Schulen im Freistaat diskutiert werden. Gesprächsbedarf dürfte es auch inmitten der Herbstferien reichlich geben: Distanzunterricht, geballte Leistungsproben im Präsenzunterricht, die Forderung nach hochwertigen Masken für Lehrer und fehlende Lüftungsgeräte in den Klassenzimmern sind nur einige der Themen, die die Schulfamilie derzeit umtreiben.

«Das wird als Videoschalte stattfinden, als reines internes Arbeitsgespräch mit einem größeren Kreis», sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Dienstag. Inhaltlich gehe es um ein «aktuelles Update, Lage der Dinge, wo drückt der Schuh?». Öffentlich äußern werde sich die Staatskanzlei nach dem auf mehrere Stunden angesetzten Gipfel am Nachmittag voraussichtlich nicht, um den Arbeitscharakter der Veranstaltung zu wahren.

Am Vortag hatten sowohl Eltern- als auch Schülerverbände in offenen Briefen fehlende Konzepte in Bayerns Corona-Schulpolitik beklagt und schnelle Verbesserungen gefordert. Trotz rasch steigender Corona-Infektionszahlen bleiben Bayerns Schulen und Kitas auch während des Teil-Lockdowns im November geöffnet – dies hat für die Politik höchste Priorität.

Die Landeselternvereinigung der Gymnasien (LEV) und der Bayerische Elternverband (BEV) bemängelten den Corona-Unterricht im Freistaat zum Wochenbeginn jedoch als planlos und ungerecht. Von einer «gelungenen Erziehungspartnerschaft» könne nicht die Rede sein, weil Eltern zu Ersatzlehrern werden müssten und keine Chancengleichheit mehr gegeben sei. Zudem herrsche auch acht Monate nach Beginn der Pandemie «digitales Chaos».

Die Elternverbände beklagten ebenso wie der Landesschülerrat eine «Notenjagd» aus Angst vor weiteren Schulschließungen. Dem entgegnete das Kultusministerium, dass die Schulaufsicht in diesem Punkt bereits tätig geworden sei, um die Schülerinnen und Schüler nicht übermäßig mit Proben zu belasten. Keine Lösung scheint hingegen bei den Lüftungsgeräten in Sicht, für die die Staatsregierung zwar Geld bereitstellt, die von vielen Kommunen aber nur zurückhaltend angeschafft werden.

Von Seiten des Kabinetts werden an dem Schulgipfel den Plänen zufolge Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sowie Ministerpräsident Markus Söder, Staatskanzleichef Florian Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (alle CSU) teilnehmen. Eingeladen sind auch Vertreter der Lehrer-, Direktoren-, Eltern- und Schülerverbände sowie die kommunalen Spitzenverbände Landkreistag, Städtetag, Gemeindetag und Bezirketag.