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Stadthaus Ulm Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Ulm (dpa/lsw) – Rund 25 Jahre nach seiner Eröffnung ist das einst heftig umstrittene Stadthaus Ulm unter Denkmalschutz gestellt worden. Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) nahm am Donnerstag die Urkunde zur Aufnahme des betont sachlich gehaltenen Gebäudes aus Beton und Glas in das baden-württembergische Buch der Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung bei einer Feierstunde entgegen.

Viele Einwohner hatten anfangs Bedenken gegen den Entwurf des amerikanischen Stararchitekten Richard Meier geäußert, der architektonisch nicht zum gegenüberstehenden gotischen Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt passe. Etwa 21 000 Teilnehmer eines Bürgerentscheids stimmten gegen den Bau, 17 000 dafür. Allerdings wurde die erforderliche Mindestbeteiligung verpasst, so dass der damalige CDU-Oberbürgermeister Ernst Ludwig grünes Licht für den weißen Bau geben konnte.

«Zum Glück, denn das Stadthaus ist heute aus dem Ulmer Stadtbild und dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken», sagte Czisch. «Es ist Bürgerhaus, Ausstellungsort und Veranstaltungsforum.» Der einst als «Waschhaus Gottes» verspottete Bau gilt heute als Symbol des modernen Ulms.

«Das Stadthaus ist nicht nur einer der bedeutendsten Bauten im Werk des Architekten Richard Meier, sondern auch ein Schlüsselbauwerk», sagte Professor Claus Wolf, Abteilungspräsident des Landesamtes für Denkmalschutz. «Die selbstbewusste Architektur in Korrespondenz zum Ulmer Münster macht das Stadthaus zu einem herausragenden Zeugnis für die Geschichte der Stadtbaukunst im 20. Jahrhundert.»