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Stahlwerk: Prozess um Bestechung im Umfang von 800 000 Euro

Augsburg (dpa/lby) – Wegen Korruptionsvorwürfen im Umfang von mehr als 800 000 Euro müssen sich vom Dienstag an zwei Geschäftsführer und ein Steuerberater vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Ein früherer Chef der Lech-Stahlwerke in Meitingen (Landkreis Augsburg) hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Bauprojekten dafür schmieren lassen, dass er einem Auftragnehmer überhöhte Rechnungen mit nicht erbrachten Leistungen hat auszahlen lassen.

Neben dem 55 Jahre alten ehemaligen Mitglied der Stahlwerk-Geschäftsführung steht auch ein 45-Jähriger, der die Unternehmensgruppe leitete, die die Aufträge erhielt, vor Gericht. Zudem ist ein 58 Jahre alter Steuerberater angeklagt, über dessen Konto die Schmiergelder zum Teil geflossen sein sollen.

Den Männern wird Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr sowie Untreue und Beihilfe hierzu vorgeworfen. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts hat bis Mai 19 Verhandlungstage geplant.

Der Geschäftsführer der Stahlwerke soll insgesamt 765 000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Zusätzlich soll der Mann eine Luxusküche im Wert von 59 000 Euro erhalten haben. Ein Sprecher der Lech-Stahlwerke teilte mit, dass sich das Unternehmen wegen des laufenden Verfahrens nicht zu den Vorgängen äußern wolle.

Dem Chef der Unternehmensgruppe und dem Steuerberater wird zudem Steuerhinterziehung im Umfang von 1,1 Millionen Euro vorgeworfen. Die Männer sollen laut Anklage private Darlehen betrieblich verbucht und so den Fiskus um Einkommens- und Gewerbesteuer geprellt haben.

Die Stahlwerke produzieren nach eigenen Angaben mit rund 800 Mitarbeitern jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen Stahl, unter anderem für die Autoindustrie. Der Stahl wird durch die Wiederverwertung von Schrottautos gewonnen. Die Lech-Stahlwerke bezeichnen sich als größtes Recyclingunternehmen Bayerns.

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