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Steinadler-Tod: SPD will Verbot von bleihaltiger Munition

Unterammergau (dpa) – Nach dem Verenden eines Steinadlers an einer Bleivergiftung im oberbayerischen Unterammergau wird erneut der Ruf nach einem Verzicht auf bleihaltige Jagdmunition laut. Das Adlerweibchen hatte Aas gefressen, das bleihaltige Munition enthielt.

Die Umweltorganisation WWF forderte ein Aus für Blei-Munition in Deutschland und kritisierte aus WWF-Sicht unzureichende Regelungen beim Gesetzentwurf zum neuen Bundesjagdgesetz. «Die im derzeitigen Gesetzentwurf zum neuen Bundesjagdgesetz vorgesehenen Regelungen zur Minimierung von Blei in Jagdmunitionen sind absolut unzureichend und sehr umständlich», sagte der WWF-Wildtierreferent Moritz Klose.

Auch aus Verantwortung für die Gesundheit der Verbraucher und für die Umwelt sei es überfällig, den Eintrag des giftigen Stoffes in die Natur zu verhindern. Erfahrungen zeigten, dass es keine bleihaltige Büchsenmunition brauche. «Anstatt wie derzeit erwogen, einen Erfahrungsbericht bis 2027 zu erstellen, ist ein vollständiger und zügiger Ausstieg aus bleihaltiger Munition innerhalb einer kurzen Frist überfällig. Alles andere ist Verschleppungstaktik auf dem Rücken der Menschen und der Natur.»

Zuvor hatte bereits die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag ein Verbot von bleihaltiger Munition verlangt. «Steinadler sind streng geschützt und in den bayerischen Alpen extrem selten. Daher tut dieser Verlust besonders weh – und er wäre vermeidbar gewesen, wenn der Jäger keine bleihaltige Munition genutzt hätte», sagte der SPD-Umweltexperte Florian von Brunn am Mittwoch. In Niedersachsen etwa sei bleihaltige Munition auf sämtlichen Staatsflächen verboten.

Die forst- und tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Martina Fehlner, verlangte, der Staatswald müsse seine Vorbildfunktion wahrnehmen. «Mit einem sofortigen Verbot bleihaltiger Munition in diesen Gebieten würde der Schutz seltener Tierarten vorangetrieben.»

Ein Wanderer hatte das Steinadlerweibchen vergangene Woche in Unterammergau gefunden. Helfer kämpften nach Angaben des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) mehrere Tage lang in einer Greifvogelauffangstation um das Leben des Tieres. Es bekam unter anderem künstlichen Sauerstoff – Atemnot ist ein Symptom der Bleivergiftung. Am Freitag verendete das Steinadlerweibchen. Zum fünften Mal seit 1982 starb damit laut LBV ein Steinadler an Bleivergiftung.

Auch für andere Vögel ist bleihaltige Munition eine Gefahr, etwa für die Bartgeier, die vor allem Knochen fressen und im Nationalpark Berchtesgaden wieder angesiedelt werden sollen.

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