Stimmungslage gespalten: Unternehmen in Kulmbach aber mit guten Aussichten

In der Corona-Pandemie hat auch die Kulmbacher Wirtschaft bisher insgesamt besser durchgehalten als erwartet. In der neuesten Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken zeigt sich allerdings, dass die Stimmung in den Unternehmen auch im Kulmbacher Land extrem unterschiedlich ist. Bei den einen brummt’s, die anderen sind von den Einschränkungen massiv betroffen und haben große Sorgen. 

Michael Möschel, IHK-Sprecher in Kulmbach, sieht in den aktuellen Umfrageergebnissen eine aufgehellte Stimmung. Das liegt vor allem am Blick in die Zukunft und der Hoffnung, dass es durchgreifende Verbesserungen in Branchen gibt, die bisher von Beschränkungen betroffen sind. Möschel hofft auf ein letztendlich versöhnliches Jahr 2021 für die Wirtschaft bei uns.

Gut läufts im Baugewerbe und vor allem in den Industriebetrieben, die viel exportieren, angespannt ist die Lage  im Tourismus, zum Teil im Handel und bei vielen Dienstleister.

 

Statements:

Stefan Soiné, Geschäftsführer der IREKS GmbH in Kulmbach zum Beispiel berichtet von großen Herausforderungen. Die Schließung der Gastronomie, der Totalausfall von Events und Tourismus im Inland, ebenso wie die ausgebliebenen Urlauber in vielen Ländern, in die die IRESK liefert, hätten zu massiven Einbrüchen geführt. Die IREKS werde bis Mitte nächsten Jahrs brauchen um sich auf Vorkrisenniveau zurück zu kämpfen.

Gastronom Alexander Schütz aus Presseck hofft auf eine dauerhafte Mehrwertsteuer von 7 Prozent auf Speisen und Getränke. Staatshilfen seien enorm wichtig für seine Branche, aber eben auch langfristige Perspektiven und die Aussicht, im Geschäft aufholen und dann wieder investieren zu können.

Barbara Hahn, Autohaus-Inhaberin in Kulmbach,  sieht Licht am Ende des Tunnels. Auch bei den Kunden steige die Lust, wieder Autos zu kaufen. Insgesamt sei ihr Toyota-Autohaus gut durch die Krise gekommen, das sei vor allem auf das zweite Standbein, die Werkstatt zurückzuführen. Allerdings, so Barbara Hahn, die Ungewissheit zehre an den Nerven.