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Streit um 50+1: Hoeneß unterstützt Kind

Hannover (dpa) – Hauptgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 hat bei seinem Kampf für eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel Unterstützung von Uli Hoeneß bekommen. «Wir beim FC Bayern sehen unter anderem seine Anstrengungen in der Diskussion um 50+1 positiv. Im Grunde vertritt er die gleiche Ansicht wie wir, dass die Bundesliga-Vereine bei einem gewissen Rahmen durch die DFL selbst bestimmen dürfen, wie sie sich Investoren gegenüber öffnen», schrieb der Präsident des deutschen Meisters in einem Brief zum 75. Geburtstag von Kind, aus dem die «Neue Presse» (Dienstag) zitiert.

Die 50+1-Regel soll im deutschen Fußball den Einfluss externer Investoren begrenzen. Kind, die ausgegliederte Profigesellschaft und der Stammverein Hannover 96 stellten bereits 2017 den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung von dieser Regel. Dieser Antrag wurde im vergangenen Jahr von der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgelehnt und liegt aktuell beim Ständigen Schiedsgericht der Lizenzligen.

Kinds größtes Problem ist mittlerweile, dass der Hannover e.V. seit März von erklärten Gegnern seiner Übernahmepläne geführt wird. Der neue Vereinspräsident Sebastian Kramer hat bereits mehrfach angekündigt, den 50+1-Antrag ruhend stellen lassen zu wollen.

Damit rechnet nach einem Bericht der «Sport Bild» (Dienstag) auch der Vorsitzende Richter des Schiedsgerichts. «Ich erwarte in den nächsten Tagen den Antrag auf Ruhen des Verfahrens. Dann wird die DFL entscheiden, ob sie dem Antrag zustimmt», sagte Udo Steiner. «Die Verfahrenssituation hat sich geändert.» 96 brauche Zeit, «um intern zu klären, wie es weitergeht. Das ist logisch, die Mehrheit im Verein ist jetzt eine andere als die Situation in der Kapitalgesellschaft.»