Eine Pflegekraft steht auf einer Intensivstation und bedient eine Herz-Lungen-Maschine., © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Studie: Weniger Menschen sterben infolge eines Herzinfarktes

Die Zahl der Menschen, die in Bayern an den Folgen eines Herzinfarktes sterben, ist seit Jahrzehnten rückläufig. Gab es 1980 rund 12.400 Herzinfarkt-Tote bei den Über-40-Jährigen, waren es 2020 noch 6400. Das geht aus dem Bericht «Herzinfarkte in Bayern» hervor, den Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag vorlegte. Jedoch: Auch wenn aufgrund des medizinischen Fortschritts, des Ausbaus des Rettungswesens und aufgrund von Präventionsmaßnahmen die Zahl der Herzinfarkt-Sterbefälle in Bayern seit Jahren rückläufig sei, blieben Herz-Kreislauf-Erkrankungen «die Todesursache Nummer 1», so der Minister.

Wie Holetschek sagte, geht der Bericht auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie ein, «weil das Coronavirus auch das Herz befallen kann. Zu den möglichen Folgen einer Infektion zählen Entzündungen des Herzmuskelgewebes, die zu Herzinfarkten und Herzversagen führen können». Trotz der Pandemie seien Herzinfarktpatienten den bisherigen Erkenntnissen nach in Bayern zeitgerecht medizinisch versorgt worden. Vermehrte Herzinfarkt-Sterbefälle infolge möglicher versäumter Behandlungen hätten sich bisher nicht belegen lassen.

Die Zahl der Patienten, die in Bayern mit der Diagnose Herzinfarkt stationär behandelt werden, ist den Angaben nach rückläufig. 2019 waren knapp 31.000 Fälle direkt auf einen Herzinfarkt zurückzuführen. Etwas mehr als die Hälfte davon, knapp 17.000 Patienten, stammten aus der Altersgruppe zwischen 45 und 74 Jahre. Rund 13.000 Patienten waren 75 Jahre und älter.

Bei den ambulant behandelten Patienten lagen dem Ministerium Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) aus dem Jahr 2021 vor. Im Vergleich zum Vorjahr sei ein geringer Anstieg zu verzeichnen. «Unmittelbare Rückschlüsse auf einen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und dem Auftreten akuter Herzinfarkte lässt dies nicht zu», hieß es.

Im vierten Quartal 2021 seien 34.160 gesetzlich versicherte Männer in der ambulanten Versorgung mit der Diagnose Herzinfarkt registriert worden, im Vorjahreszeitraum noch 33.247. Bei den Frauen seien es im vierten Quartal 2021 15.426 Patientinnen gewesen, 2020 noch 15.206.

Manfred Wildner, Leiter des Landesinstituts für Gesundheit beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), stellte fest, dass es bei der Prävention und Behandlung von Herzinfarkten in Bayern große Fortschritte gebe. Das Thema werde jedoch zentral bleiben – als Folge der demografischen Entwicklung und der gestiegenen Lebenserwartung.

Als Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Alkohol und psychosoziale Belastungen, Lärm und Feinstaub. Mit der in diesem Jahr gestarteten und bis September dauernden Kampagne «Hand aufs Herz – Aktiv gegen Herzinfarkt» will das Gesundheitsministerium für das Thema Herzgesundheit sensibilisieren.