Tag der Kriminalitätsopfer 2020: Sexualisierte Gewalt im Nahbereich

Sexualisierte Gewalt ist ein Tabuthema, über das fast niemand sprechen will. Vielleicht aus Angst, vielleicht aus Unwissenheit, vielleicht auch, weil es einfach unangenehm ist. Die Opferschutzorganisation WEISSER RING möchte das ändern. Sie macht mit dem Tag der Kriminalitätsopfer am 22. März auf Menschen aufmerksam, die durch Kriminalität und Gewalt geschädigt wurden und will das Bewusstsein für ihre Belange in Deutschland stärken.

Sexualisierte Gewalt im eigenen Zuhause

Sexualisierte Gewalt beginnt bei der mündlichen Auseinandersetzung und geht bis hin zur körperlichen Vergewaltigung. Das kann nachts auf der Straße passieren, aber auch im eigenen Zuhause. Bundesgeschäftsführerin der Opferhilfsorganisation WEISSER RING, Bianca Biwer, weiß: „Zumeist findet sexualisierte Gewalt im Nahbereich der Opfer statt. Das bedeutet, dass man diese Gewalt oft in den eigenen vier Räumen erlebt, in einem Haus oder einer Wohnung. Letztlich geht es in dem Verhältnis immer darum, die Macht über den anderen Menschen auszuüben und den Willen zu brechen.“

Die Scham der Betroffenen spielt oft eine große Rolle

Die Opfer brauchen dringend Hilfe. Aber gerade wenn Familienmitglieder oder Freunde die Peiniger sind, ist die Scham der Betroffenen besonders groß. „Mir ist es persönlich wichtig zu vermitteln, dass Opfer sexualisierter Gewalt niemals Schuld an dem Verbrechen sind. Opfer haben das Recht und den Anspruch darauf, ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben zurückzugewinnen. Und wir als WEISSER RING stehen an ihrer Seite“, versichert Bianca Biwer.

 

Das kann zum Beispiel die Begleitung zur Polizei oder zu Behördenterminen sein oder die Ermöglichung einer Therapie, Rechtsberatung oder einer finanziellen Unterstützung. „Ein wichtiger Grundsatz unserer Arbeit ist, den Menschen, die zu uns kommen, zuzuhören und wahrzunehmen, was die Bedürfnisse der Betroffenen sind, um dann individuell für diesen Menschen Hilfestellung geben zu können“, erklärt Bianca Biwer.

Opfertelefon

Eine erste Kontaktaufnahme ist möglich unter weisser-ring.de oder über das Opfertelefon unter 116 006.

Ein Beitrag erstellt in Zusammenarbeit mit WEISSER RING e. V.

Weiterführende Informationen

finden Sie unter https://weisser-ring.de/