Zum 11. Mai – Radio Plassenburg https://www.radio-plassenburg.de Mein Sender. Meine Hits. Mon, 11 May 2026 01:05:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Britische Rockikone: Animals-Sänger Eric Burdon wird 85 https://www.radio-plassenburg.de/britische-rockikone-animals-saenger-eric-burdon-wird-85-11469396/ Mon, 11 May 2026 01:00:12 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260511-930-62550   Sein Haar ist weiß. Ohne Sonnenbrille sieht man ihn nur noch selten. Aber an seiner Stimme, eine der markantesten der britischen Rockgeschichte, erkennt man Eric Burdon sofort. Sein raues Blues-Timbre prägte den Sound der 60er Jahre. Mit seiner Band The Animals und dem Hit «The House of the Rising Sun» wurde er unsterblich.

In den letzten Jahren ließ es der Sänger, der diesen Montag (11. Mai) seinen 85. Geburtstag feiert, etwas ruhiger angehen. Schon während der Pandemie hatte Burdon seinen Wohnsitz von Kalifornien nach Griechenland verlegt, wo er mit seiner vier Jahrzehnte jüngeren, dritten Frau Marianna lebt. Doch auch in seiner neuen Heimat Athen macht die Rockikone aus Newcastle weiter Musik.

Mit den griechischen Künstlern Alex Sid und Quasamoda veröffentlichte er den Song «Don’t Leave Me». Burdons vom Alter gezeichnete, aber unverwechselbare Stimme gibt der melancholischen Ballade mit Mandola- und Orgelklängen Gravitas. Das Lied wurde speziell für die populäre griechische TV-Serie «I paralia» («The Beach») aufgenommen.

Weltruhm mit der Band The Animals

«There is … a hooooouse … in New Orleaaaanss!» Wer den 60er-Jahre-Ohrwurm «The House Of The Rising Sun» einmal gehört hat, bekommt ihn kaum aus dem Kopf. Mit ihrer Bluesrock-Adaption des uralten Folksongs stürmten die Animals 1964 weltweit die Hitparaden. Der am 11. Mai 1941 geborene Eric Victor Burdon wurde als Frontmann der Band berühmt.

Die Animals wurden 1962 in der rauen Arbeiterstadt Newcastle upon Tyne gegründet und spielten zunächst in der Clubszene. Musiker Sting, der auch aus Newcastle stammt und heute eng mit Burdon befreundet ist, erinnerte sich in «Rock’n’Roll Animal» an die spannende Zeit in den 60er Jahren: «Eric und die Animals waren für Newcastle, was die Beatles für Liverpool und die Stones für London waren. Das Vorbild für die Beat Generation.»

Die Mitglieder der Animals sahen nicht so gut aus wie andere Bands. Der kindlich aussehende Burdon, ausgestattet mit der Baritonstimme eines älteren Mannes, lächelte kaum. Aber die Animals wurden als authentisch wahrgenommen. Der erste Plattenvertrag ließ nicht lang auf sich warten. Schon die zweite Single war «The House Of The Rising Sun». Es folgten «I’m Crying» und das durch Nina Simone berühmte «Don’t Let Me Be Misunderstood».

Trennung nach nur vier Jahren

Doch der Erfolg bekam der Band nicht gut. Nach nur vier Jahren war es vorbei mit den Animals. Keyboarder Alan Price verließ die Gruppe als erster, kurz darauf folgte Schlagzeuger John Steel. Price erklärte 2011 im Interview der Zeitung «Independent», er habe den Erfolg und vor allem die Belagerung durch hysterische Fans als beängstigend empfunden. «Ich hatte einen Nervenzusammenbruch.»

Doch es lag auch an finanziellen Streitigkeiten, die sich um «The House of the Rising Sun» drehten. Price ließ sich als alleiniger Urheber für die Verwertungsrechte eintragen und kassierte damit als einziges Bandmitglied Tantiemen. Burdon ärgert das bis heute, zumal ihn das Kultlied verfolgt. «Das ist der eine Song, den ich jedes Mal singen muss», sagte er 2019 im «Forbes»-Interview, «sonst würde ich nicht lebend aus dem Konzertsaal rauskommen.»

Rückblickend hadert der Sänger nicht nur damit, sondern auch damit, dass seine Band aufhörte, als die Karrieren der Beatles und der Rolling Stones richtig Fahrt aufnahmen. «Ich bekomme ein komisches Gefühl, wenn ich die alten Animals sehe», sagte er im Dokumentarfilm «Eric Burdon: Rock’n’Roll Animal» von Regisseur Hannes Rossacher. «Ich kann nicht glauben, dass wir das komplett verbockt haben.»

Neustart in Kalifornien

«We Gotta Get out of this Place» heißt ein Hit der Animals, der Burdon quasi auf den Leib geschrieben war. Denn er hatte damals die Nase voll vom industriellen Newcastle. «Ich musste raus.» So zog er nach Kalifornien und machte unter dem Namen Eric Burdon and the Animals mit anderen Musikern weiter, bevor sich auch diese Formation 1968 trennte.

Anschließend tat er sich mit der amerikanischen Funk-Band War zusammen. Auf Youtube findet man einen schweißtreibenden Auftritt der Kombo von 1970 in der deutschen Kultsendung «Beat Club». Burdon und War waren die letzten Musiker, die mit seinem Kumpel Jimi Hendrix auf der Bühne standen, bevor der legendäre Gitarrist in London starb.

Über die Jahre trat Eric Burdon sogar gelegentlich wieder mit den Originalmitgliedern der Animals auf, doch die Reunions waren stets von kurzer Dauer. Seit 2008 hält Drummer Steel die exklusiven Rechte am Bandnamen. Wieder mal zog Burdon den Kürzeren. Doch auch davon ließ sich der stoische Bluesrocker nicht die Leidenschaft an der Musik und am Singen verderben.

«Ich bin immer noch hier»

Wegen des Smogs und des Staubs, den er als Kriegskind in Newcastle einatmen musste, leidet der Sänger heute an Lungenproblemen. Doch seine markante, raue Stimme ist noch da – ein Zeugnis seiner langen Rock’n’Roll-Karriere, in der er einige Rückschläge wegstecken musste und trotzdem nie aufgab.

Selbst nach einer Abschiedstournee 2019 stand die britische Rockikone weiter auf der Bühne. Ein Satz von Eric Burdon aus dem Dokumentarfilm hat weiterhin Bestand: «Ich bin immer noch hier.»

Quelle: dpa

 

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50 Jahre Boney M.: «Es ist wirklich überwältigend» https://www.radio-plassenburg.de/50-jahre-boney-m-es-ist-wirklich-ueberwaeltigend-11469417/ Mon, 11 May 2026 01:00:12 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260511-930-62552 Wenn Liz Mitchell auf 50 Jahre Boney M. zurückblickt, fällt es ihr schwer, ihre Gefühle zu beschreiben. «Es ist wirklich überwältigend», sagt die Sängerin im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London. «50 Jahre in ein, zwei oder drei Worte zu fassen, das ist unmöglich. Denn es ist so viel passiert.»

Mit der in Deutschland gegründeten Kultband, die für Evergreens wie «Daddy Cool», «Rivers Of Babylon» oder «Rasputin» steht, hat die gebürtige Jamaikanerin Höhen und Tiefen erlebt. «Aber ich bin dankbar», betont die 73-Jährige. Zum 50. Jubiläum zeigt die ARD den Dokumentarfilm «Boney M. – Disco. Macht. Legende.» von Oliver Schwehm (11.5. in Mediathek und TV).

«Ich dachte, das Showgeschäft wird nicht meine Welt»

Für Mitchell begann die Geschichte, als sie in den 70er Jahren Produzent Frank Farian begegnete. Sie lebte damals in Hamburg, hatte mit den Les Humphries Singers gearbeitet, war jedoch desillusioniert. «Ich war enttäuscht vom Showgeschäft und dachte, dass das definitiv nicht meine Welt wird.», erzählt sie.

«Ich wollte wieder studieren gehen. Aber Frank verdrehte mir den Kopf und sagte: „Geh nicht zur Uni. Bleib bei mir. Arbeite an diesem Projekt mit mir. Ich glaube an dieses Projekt.“» Farian hatte den richtigen Riecher.

Kurz darauf stand sie im Studio und nahm Songs für ein Demo auf, darunter den späteren Megahit «Sunny». Die Plattenfirma war begeistert. Neben Leadsängerin Mitchell wurde die jamaikanische Sängerin und Tänzerin Marcia Barrett für Boney M. – ein Fantasiename ohne Bedeutung – verpflichtet. Auch sie stand für die neue Dokumentation vor der Kamera.

Dazu kamen Maizie Williams aus Montserrat und Bobby Farrell aus Aruba, der mit seinem extravaganten Tanzstil für Furore sorgte. Beide sangen dem Vernehmen nach nicht im Studio. Die männliche Stimme auf den Aufnahmen von Boney M. gehört Farian. «Ohne Liz wären wir ein One-Hit-Wonder geblieben», sagt der Produzent in einem älteren Interview.

Hitsingle «Rasputin» war in der Sowjetunion tabu

Anhand von umfangreichen Archivaufnahmen werden die goldenen Jahre der Band gezeigt, die rund um die Welt Erfolge feierte und sogar in der Sowjetunion auftrat. Bei einem Musikfestival in Polen sollte sie ihren Hit «Rasputin» eigentlich nicht spielen. «Aber die Leute wollten es hören», erinnert sich Mitchell. «Am Ende hat niemand gesagt: „Wir sperren euch ein.“»

Dass der Song Jahrzehnte später durch einen Internet-Trend eine Renaissance erfuhr, amüsiert sie. «Ich glaube, „Rasputin“ schafft es, dass erwachsene Männer tanzen und sich albern benehmen. Ich weiß nicht warum. Es war schon in den 70ern so, als wir das veröffentlicht haben – und dieser Trend ging nie ganz weg.»

Das Disco-Phänomen hatte auch Schattenseiten. Farian schickte seine Gruppe pausenlos auf Tournee. Mehrfach habe sie überlegt auszusteigen, berichtet Mitchell im Interview. Auch das Thema Rassismus spielt in «Boney M. – Disco. Macht. Legende.» eine Rolle. Farian wurde sogar von Bekannten kritisiert, weil er mit Schwarzen arbeitete.

«Ich dachte, dass ich fair behandelt wurde»

Das Fotoshooting zum Album «Love For Sale» brachte sie an ihre Grenzen. Die Bandmitglieder sollten nackt in Ketten posieren, wobei Farrell über seinen liegenden Kolleginnen steht und die Ketten hält. Was sexy und exotisch wirken sollte, weckte unangenehme Assoziationen an Sklaverei. «Ich habe bitterlich geweint», erzählt Mitchell im Film.

Schwehms Doku, die mit 90 Minuten zu kurz wirkt, zeigt eine klare Hierarchie. Der erfolgreiche Macher Farian, den Weggefährten als «wahnsinnig» bezeichnen, hatte das alleinige Sagen – und war der Hauptprofiteur. Mitchell und Co., die Stimmen und Gesichter von Boney M., erhielten nur ihr Gehalt. 

«Ich dachte, dass ich fair behandelt wurde, bis ich begriffen habe, dass ich total ausgenutzt wurde», erzählt die 73-Jährige im dpa-Interview. «Die Plattenfirma und diejenigen, die hinter Frank Farian standen, sind die Schuldigen. Sie haben entschieden, dass wir es nicht wert waren.»

Farian produzierte die Songs und sicherte sich Tantiemen auch für Songs, die er nicht oder zumindest nicht allein geschrieben hatte, etwa «Brown Girl In The Ring», ursprünglich ein jamaikanisches Kinderlied. «Das sind enttäuschende Dinge, die mir das Herz brachen, denn ich habe Frank vertraut», sagt Mitchell.

Liz Mitchell hat negative Erfahrungen abgehakt

Farrell, der zuletzt in Russland lebte, starb schon 2010. Farian, der später mit Milli Vanilli und No Mercy große Erfolge feierte, starb 2024. Zu Marcia Barrett und Maizie Williams hat Liz Mitchell keinen Kontakt mehr, seit sie mit den anderen um die Namensrechte stritt.

Mitchell tritt weiterhin mit den legendären Songs von Boney M. auf. Mit negativen Erfahrungen von früher habe sie abgeschlossen. «Es ist vorbei», sagt sie im dpa-Interview. Heute wolle sie vor allem Zeit mit ihrem Mann, ihrer Familie und ihren fünf Enkelkindern verbringen. «Ich konzentriere mich lieber auf die positiven Dinge im Leben.»

Quelle: dpa

 

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