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Tritte gegen die Freundin: Täter und Opfer sind jetzt verlobt – und das Gericht fahndet nach Tatzeugen

Wenn ein Mann eine Frau schlägt, ist das übel. Wenn sie ihn deswegen anzeigt, istdas ihr Recht. Was aber passiert, wenn die Frau diese Anzeige im Gerichtssaal zurückziehen will? Eine Frage, mit der sich das Amtsgericht in Kulmbach gestern laut Bayerische Rundsschau beschäftigen musste.

Ein 42-jähriger Kulmbacher ist angeklagt, seine 36-jährige Freundin im Januar vor dem Edeka in Kulmbach geschlagen und mit Füßen auf die am Boden liegende Frau eingetreten zu haben.

Was den Fall besonders macht: die Frau will vor Gericht nicht aussagen, sie sei mit dem Angeklagten inzwischen verlobt – entsprechend hat sie Zeugnisverweigerungsrecht; und sie will die Anzeige gegen den 42-Jährigen sogar zurückziehen.

Das Gericht verhandelt trotzdem weiter, es gebe ein öffentliches Interesse gegen den mutmaßliche Schläger.

Weil sich Zeugen nicht erinnern, beziehungsweise nicht aufgetaucht und unbekannt verzogen sind, wurde die Verhandlung vertagt.