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Tübinger Modell wäre zum jetzigen Zeitpunkt falsch: Politiker kritisieren Kulmbacher Bewerbung

Die Bewerbung des Landkreises Kulmbach um das so genannte Tübinger Modell wird von einigen Kulmbacher Politikern scharf kritisiert.  FDP Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel, Kreisrat Veit Pöhlmann und Jürgen Kraus, Gemeinderat in Thurnau, sind der Meinung, das sei zum jetzigen Zeitpunkt bei eine Tagesinzidenz von über 300 im Kulmbacher Land falsch und werde die aktuelle Lage noch verschärfen.

Sie kritisieren zum einen das Verfahren. Es sei nicht klar, wer sich da beworben habe. Der Kreistag sei gar nicht gefragt worden. Auch fragen sie nach, wer in die lokalen Beratungen zur Corona-Lage eingebunden ist und wer nicht.

In der Sache sind die drei Politiker überzeugt, mit dem Tübinger Modell werden die Kulmbacher Infektionszahlen weiter steigen und mehr Intensivbetten im Krankenhaus benötigt. Nagel, Pöhlmann und Kraus befürchten,  dann gebe es mehr Mobilität und mehr Kontakte, die Arbeitnehmer würden an die Front und ins Gefecht geworfen, heißt es wörtlich.

Die drei Politiker fordern, alle aktuell verfügbaren Kräfte zu bündeln um die Ausbreitung der Infektionen einzudämmen, das sei das zentrale Kulmbacher Problem. Erst wenn das gelungen sei, könne man sich um ein Pilotprogramm  bewerben.

Hintergrund:

Bayern will diese Woche beschließen, in welchen acht Kommunen im Freistaat das Tübinger Modell gleich nach Ostern für zwei Wochen getestet wird; mit Kulmbach haben sich über 80 Kommunen beworben.