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Geldautomaten-Sprenger rasen der Polizei davon

Sulzbach am Main (dpa/lby) – Nach der Sprengung eines Geldautomaten in einer Bank in Sulzbach am Main (Landkreis Miltenberg) hat die Polizei mit einem Großaufgebot nach den flüchtigen Tätern gefahndet. Am frühen Donnerstagmorgen habe ein Zeuge wegen eines lauten Knalls die Beamten verständigt, sagte ein Polizeisprecher. Eine Streife habe die mutmaßlichen Täter, drei Personen, flüchten sehen. Sie seien in einem schwarzen, «stark motorisierten Wagen» mit hoher Geschwindigkeit davongefahren, so dass die Polizei nach anfänglicher Verfolgung nach eigener Aussage nicht mehr hinterherkam.

Bei der anschließenden Fahndung halfen auch Polizisten aus Hessen, darunter ein Polizeihubschrauber. Der Markt Sulzbach am Main liegt am Rande des Spessarts und nur wenige Kilometer von der hessischen Grenze entfernt.

In vergleichbaren Fällen fliehen die Täter laut Polizei häufig in Richtung des benachbarten Bundeslandes. Wie viel Geld die Täter erbeuteten, war zunächst nicht klar. Am Tatort ermittelten Beamte der Kriminalpolizei und sicherten Spuren.

Immer wieder werden Geldautomaten in die Luft gejagt. Kriminelle leiten in der Regel im Schutze der Dunkelheit ein Gas in die Maschinen ein und bringen sie so zur Explosion. Oft werden dabei die Automaten aus der Verankerung gerissen und die Geldkassetten freigelegt. Viele Täter flüchten dann mit hochmotorisierten Autos.

In Deutschland sind Geldautomaten-Sprengungen seit Jahren keine Einzelfälle mehr. Dem Bundeskriminalamt (BKA) zufolge sind allein 2019 bundesweit 349 Geldautomaten gesprengt worden. Das waren zwar 5,4 Prozent weniger als 2018, aber mehr als doppelt so viele wie noch 2015. Die Täter erbeuteten 2019 insgesamt gut 15 Millionen Euro. In Bayern waren es der Erfassung zufolge 27 versuchte oder vollzogene Geldautomatensprengungen. Die meisten Sprengungen gab es den Angaben zufolge in Nordrhein-Westfalen (105), Hessen (53) und Niedersachsen (45).