© Michael Schmelzer

Obduktion der vier Leichen nach Unfall mit Geisterfahrer

München (dpa) – Nach dem tödlichen Unfall mit einem Geisterfahrer auf einer Autobahn bei München wird nun nach den Ursachen geforscht. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, warum der 32-Jährige und sein Beifahrer auf der Autobahn 99 in falscher Richtung unterwegs waren. Nahe der Ausfahrt Hohenbrunn war ihr Auto am Dienstagabend mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert, in dem zwei Menschen saßen. Alle vier Männer starben, ihre Leichen sollen nun obduziert werden. Mit Ergebnissen sei bis Ende der Woche zu rechnen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt.

Seit Jahren wird versucht, das Risiko von Falschfahrten zu senken. Nach Auskunft des bayerischen Verkehrsministeriums wurden alle Anschlussstellen, Autobahn-Kreuze und Dreiecke an Autobahnen und zweistreifigen Bundesstraßen überprüft. Wo es nötig war, sei die Beschilderung und Markierung optimiert worden. Im Regelfall würden Autofahrer dann intuitiv richtig fahren. Die Schilder und die Markierungen würden laufend überprüft, hieß es aus dem Ministerium.

Hoffnungen hatte man auch in ein Pilotprojekt gesetzt, bei dem an Autobahnen in der Nähe von Grenzübergängen nach Österreich gelbe Warntafeln aufgestellt worden waren. Aufgrund der sehr geringen Fallzahlen an Falschfahrern habe eine Wirkung der Tafeln allerdings nicht wissenschaftlich belegt werden können. Das Projekt werde deshalb momentan nicht ausgeweitet, die Schilder stehen aber noch.

Nach dem Unfall bei Hohenbrunn waren beide Fahrzeuge nur noch Wracks. Für die Insassen kam jede Hilfe zu spät. Bei dem Falschfahrer handelt es sich um einen 32-Jährigen Rumänen, der ebenso wie sein 50 Jahre alter Begleiter in Deutschland gemeldet war. Am Steuer des anderen Autos saß ein 34-Jähriger aus dem Raum Gütersloh, sein 43 Jahre alter Beifahrer kam aus dem Kreis Soest.