© arifoto UG

Unwetter: Mehr Schadensfälle für Allianz in Bayern

München (dpa/lby) – Schwere Sommergewitter haben die Zahl der Katastrophenschäden für die Allianz Deutschland nach oben getrieben. In Bayern stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2017 um 38 Prozent auf 44 000, wie der Versicherer am Donnerstag in München mitteilte. Die Kosten sanken allerdings binnen Jahresfrist um 13 Prozent auf 74 Millionen Euro, da die durchschnittliche Schadensumme deutlich sank. Sie lag fast 60 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Vor allem heftige Unwetter schlugen ins Kontor. Allein von Juni bis August liefen 57 Millionen Euro Zahlungen an Kunden auf. Fast drei Viertel der Schäden wurden von Sturm und Hagel verursacht, gefolgt von Blitz und Überspannung. Die Zahl der Schäden wegen Überschwemmungen und Starkregen ging dagegen stark zurück. Hochwasserschäden seien aber sehr meist teuer, sagt Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG. Für Landwirte war eine Kältewelle im April schmerzhaft. Der späte Frost traf weit gewachsene Pflanzen, gerade Winzer und Obstbauern erlitten Ernteausfälle.

Bundesweit waren die Katastrophenschäden für die Allianz Deutschland indes viel schmerzhafter. Dort verdoppelte sich die Zahl der Schäden fast auf mehr als 300 000, die Kosten des Versicherers stiegen um 63 Prozent auf 485 Millionen Euro. Grund waren die Herbststürme «Xavier» und «Herwart», die vor allem Nord- und Ostdeutschland trafen.

Im ersten Halbjahr 2018 hatte der Versicherer weiter mit großen Schäden zu kämpfen. Er zahlt insbesondere wegen der Stürme «Friederike» und «Burglind» bundesweit voraussichtlich 392 Millionen Euro – gut 170 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. «Friederike» war im Januar über Deutschland gezogen und hatte mehrere Todesopfer gefordert und Sachschäden von Hunderten Millionen Euro verursacht.