Update Kulmbacher Brandstifterprozess: Beweislage gegen Ex-Pächter ist dünn – Plädoyers am Nachmittag

Bisher fehlen die hieb- und stichfesten Beweise um dem ehemaligen Pächter der Freizeithalle in Kulmbach die Brandstiftung an dem Gebäude von vor zwei Jahren zur Last legen zu können. Zum Prozessauftakt vor dem Bayreuther Landgericht haben der 37-Jährige und ein mitbeschuldigte mutmaßlicher Helfer heute Vormittag ihre Unschuld erklären lassen. Ein Geständnis seinerzeit bei der Polizei sei wegen starker Kopfschmerzen zustande gekommen, dieses Geständnis hatte der Angeklagte dann widerrufen.

Vor Gericht haben heute mehrere Zeuginnen den Angeklagten für die Tatzeit Alibis bestätigt, zu Hause seien sie gewesen, im Bett und geschlafen.

DNA-Spuren oder Videoaufzeichungen von der Tatnacht gibt es nicht, die GPS-Daten vom Pkw des Ex-Pächters sind nicht auslesbar, die Reciever der Videokameras am Gebäude hat man nicht gefunden, es ist keine DNA-Spur am Brandort gesichert worden und der SMS-Austausch der beiden angeklagten Männer ist von den Handys gelöscht und nicht wiederherstellbar.

Bis auf das widerrufene Geständnis haben die Ankläger bisher wenig in der Hand.

Der Prozess wird am Nachmittag mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt, ob es noch heute einen Urteilsspruch geben wird, ist unklar.