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Urteil im Doppelmordprozess von Mistelbach: 13 Jahre und sechs Monate sowie neun Jahre und sechs Monate Haft

Die Jugendkammer am Landgericht in Bayreuth ist bei der Urteilsverkündung im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach den Forderungen der Staatsanwaltschaft gefolgt: Neun Jahre und sechs Monate sowie 13 Jahre und sechs Monate müssen die 17-jährige Mistelbacher Arzttochter und ihr zwei Jahre älterer Ex-Freund ins Gefängnis.

Die Vorsitzende Richterin hat bei der Urteilsverkündung zwei Stunden lang in aller Breite die Vorgeschichte, den Tattag und die Tat nach allem, was die Beweisaufnahme ergeben hat, minutiös nachverfolgt.

Ein junger Mann, der aus Liebe zu seiner Freundin und weil er sie schützen wollte, deren Eltern umbringt – mit zig Messerstichen im Schlaf. Sie hatte, so das Gericht, ihrem Freund von Anfang an teils vorgelogen und übertrieben, wie schlecht es ihr bei den Eltern gehe, wie sie unterjocht und täglich geschlagen werde – auch von Faustschlägen ins Gesicht sei die Rede gewesen. Das hat das Gericht Stück für Stück widerlegt. Und das alles nur, weil sie mit ihren 16 Jahren ihre Hochbegabtenklasse schwänzen wollte und sich von ihren Eltern absolut nichts mehr sagen lassen wollte – aus Hass.

Die Vorsitzende Richterin zeichnete das Bild einer eiskalten 17-Jährigen, die lange geplant hat, ihre Eltern zu töten und ihren Freund dahingehend manipuliert hat.

Das Gericht hat außerdem festgestellt, dass beide Jugendliche voll schuldfähig sind. Für Felix S. wurde keine Sicherungsverwahrung verhängt. Das Gericht sieht keine Gefahr, dass er eine solche tat noch einmal begeht.