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Gastgewerbe sucht Köche und Kellner

Nürnberg (dpa/lby) – In Bayern fehlen ausgebildete Köche und Kellner. Der Fachkräftemangel stehe «an vorderster Spitze» der Herausforderungen im Gastgewerbe, sagte Thomas Förster vom bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga am Dienstag in Nürnberg. Köche seien nur schwer zu finden. Auch die «Bürokratielast» stelle vor allem kleinere Betriebe vor Schwierigkeiten.

Immer mehr Menschen im Freistaat arbeiten in Hotels und Gaststätten. Rund 400 000 Erwerbstätige sind nach Dehoga-Angaben derzeit im Gastgewerbe beschäftigt. Von der Politik forderte Förster eine Lockerung der Arbeitszeitregeln entsprechend der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Diese begrenzt statt der täglichen Arbeitszeit die Arbeitsstunden pro Woche. «Das soll nicht bedeuten, dass wir unsere Mitarbeiter knechten und ewig lang arbeiten lassen wollen», betonte Förster, aber mehr Flexibilität sei nötig.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unterstützt die Forderung. «Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden gerne länger arbeiten oder sich neben ihrem Hauptjob anschließend als Bedienung etwas dazuverdienen», teilte er mit. Wegen der bisherigen Gesetzeslage sei dies jedoch nicht möglich. «So besteht die Gefahr, dass wir der Wachstumsbranche Tourismus nicht die Rahmenbedingungen bieten, die sie verdient hätte.» Der Bund müsse die Möglichkeiten der EU-Arbeitszeitrichtlinie nutzen und Flexibilität für die Arbeitnehmer schaffen, «wenn diese selbst mehr arbeiten wollen», forderte Aiwanger.

Trends der Branche präsentiert der Verband auf der Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung (Hoga) vom 13. bis 15. Januar in Nürnberg. Schwerpunkte sind unter anderem die Bereiche Digitalisierung und Regionalität sowie das Thema Fleisch: Neben dem Trend zu einer veganen Ernährung werde auch «qualitativ hochwertiges Fleisch stark nachgefragt», sagte ein Dehoga-Sprecher.