Eine Schülerin meldet sich im Unterricht., © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Verband sieht Kernbereiche der schulischen Bildung in Gefahr

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hält die Situation an den Schulen im Freistaat für verheerend. Als Hauptgrund nennt Verbandspräsidentin Simone Fleischmann das Fehlen von 4000 Lehrkräften an Grund-, Mittel- und Förderschulen. «Es fällt Unterricht aus. Es werden Stunden gestrichen. Kinder werden eher nach Hause geschickt. Hinten und vorne reichen uns die Lehrkräfte nicht für die Regel-Angebote, geschweige denn für Angebote, die nach dieser anstrengenden Corona-Zeit dringend notwendig wären», sagte sie am Montag in München. «Das bildungspolitische Streichkonzert greift auch die Kernbereiche des Unterrichts und die grundlegenden Strukturen der schulischen Bildung an.»

Fleischmann forderte die Staatsregierung auf, die Bildung in Bayern zur Chefsache zu machen. Ein entsprechender Appell sei bislang nicht gehört worden. Der Verband spricht von Planungen auf Minimalniveau im neuen Schuljahr, das am Dienstag beginnt. Klassen seien größer, Fächer wie Musik Kunst oder Sport würden gekürzt, ebenso Angebote zur Förderung und Differenzierung.

Diese Maßnahmen gingen zuerst auf Kosten der Schwächsten, «und das, obwohl wir schon so viele Defizite in unterschiedlichsten Bereichen bei den Kindern und Jugendlichen aus den beiden Corona-Jahren auffangen müssen», sagte Fleischmann. Zudem fehle eine verlässliche Halbtagsgrundschule, wenn der Unterricht gekürzt werde. «Kinder, die schon um 11.20 Uhr aus der Grundschule nach Hause kommen, machen die Berufstätigkeit der Eltern nur mehr eingeschränkt möglich.»