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Verdi fordert sieben Prozent mehr Geld im Nahverkehr

München (dpa/lby) – Zum Start der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern hat die Gewerkschaft Verdi am Dienstag auf eine angespannte Personalsituation bei Bussen, U-Bahnen und Trambahnen hingewiesen. Verdi verlangt für die rund 6300 Beschäftigten der Nahverkehrsbetriebe in den Städten und Gemeinden im Freistaat sieben Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 220 Euro mehr sowie weitere Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen.

Die Attraktivität der Arbeitsplätze müsse über die Gehaltsstruktur erhöht werden, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Norbert Flach. Dagegen wies der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern die Forderungen der Gewerkschaft als «überzogen» zurück. Sie seien wirtschaftlich von den Nahverkehrsunternehmen nicht zu verkraften und zur Lösung regional bestehender Personalprobleme nicht geeignet.

Man sei für Verbesserungen offen, sehe die Grenze aber bei der im April in Potsdam erzielten Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst, erklärten die Arbeitgeber. Dort hatten die Tarifparteien Einkommenserhöhungen von insgesamt 7,5 Prozent in drei Schritten bei 30 Monaten Laufzeit für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen beschlossen. Aus Sicht von Verdi-Verhandlungsführer Norbert Flach reicht das aber nicht aus. Die Arbeit im Nahverkehr müsse insgesamt attraktiver werden. Am 30. Mai sollen die Verhandlungen in Nürnberg fortgesetzt werden. Einen Tag später endet die Friedenspflicht, danach wären Warnstreiks möglich.