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Verfahren gegen Vocke eingestellt: Zahlt Auflage

München/Feldkirchen (dpa/lby) – Das Verfahren gegen den ehemaligen bayerischen Jagdverbandspräsidenten Jürgen Vocke wegen des Verdachts der Untreue ist gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. «Nach der fristgerechten und vollständigen Erfüllung der Auflage wurde das Verfahren endgültig eingestellt», teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Vocke war laut dem Bayerischen Jagdverband (BJV) 2019 aus den eigenen Reihen angezeigt worden.

Der heute 78-Jährige war daraufhin von der Spitze des einflussreichen Verbands zurückgetreten, den er zuvor ein Vierteljahrhundert lang geführt hatte. Sein Nachfolger, BJV-Präsident Ernst Weidenbusch, sagte: «Dem endgültigen Abschluss dieses unschönen Kapitels in der Geschichte des Verbandes und einer Rehabilitierung des langjährigen Präsidenten des BJV steht damit nichts mehr im Wege.»

Die Staatsanwaltschaft hat verschiedene Möglichkeiten, von der Verfolgung abzusehen, etwa wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre. Das Einstellen eines Verfahrens gegen eine Geldauflage – wie in diesem Fall – ist möglich, wenn die Staatsanwaltschaft in ihrer vorläufigen Bewertung davon ausgeht, dass ein Tatnachweis geführt werden könnte, die Auflage aber geeignet ist, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht.

Der Beschuldigte habe einen Geldbetrag an die Landesjustizkasse gezahlt. Ein Gericht habe sich mit dem Fall nicht beschäftigt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gilt damit weiterhin die Unschuldsvermutung. Zur Höhe der Geldauflage machte die Anklagebehörde keine Angaben.

Bei den Ermittlungen gegen Vocke war es laut der Staatsanwaltschaft um private Auslagen, den Dienstwagen und die Beschäftigung seiner Tochter bei einem mit dem BJV verbundenen Unternehmen gegangen. Die Ermittler durchsuchten die BJV-Geschäftsstelle in Feldkirchen (Landkreis München) und beschlagnahmten Akten und Daten.

BJV-Präsident Weidenbusch sagte, der Verband sei beruhigt, «dass sich die teils unüberlegt und haltlos ausgesprochenen, denunzierenden Anschuldigung» erwartungsgemäß nicht bestätigt hätten. Der Verband wolle nun das Lebenswerk Vockes in geeigneter Weise würdigen. Der 78-jährige saß von 1998 bis 2008 für die CSU im Landtag. Dem Jagdverband stand er von 1994 bis 2019 vor.

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