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Vermeintliche Wahlwerbung: Würzburger Bischof Jung in Kritik

Würzburg (dpa/lby) – Der Würzburger Bischof Franz Jung steht in der Kritik, Wahlwerbung für einen CDU-Politiker aus Rheinland-Pfalz gemacht zu haben. «Bischof Dr. Franz Jung ist hier unüberlegt der Bitte um einen Empfehlungssatz nachgekommen», teilte die Pressestelle des Bistums in Würzburg mit. Mehrere Medien hatten berichtet.

Auf einem Flugblatt wirbt Bischof Jung für den jungen CDU-Politiker mit den Worten: «Was mir zu Florian Bilic einfällt? Konsequent, zielstrebig, leistungsbereit! Politik braucht Personen mit Profil, die die Herausforderungen nicht aussitzen, sondern aktiv angehen». Eigentlich dürfen sich katholische Geistliche nicht parteipolitisch engagieren.

Der 27-jährige Florian Bilic will im September in den Bundestag einziehen. Bischof Jung kenne Bilic seit seiner Zeit als Kaplan in Pirmasens zwischen 1998 und 2000. Bilics Mutter arbeitete damals als Pfarrsekretärin.

Wie die Pressestelle des Bistums Würzburg mitteilte, habe Bilic ihm «stolz von seiner Kandidatur berichtet und ihn um einen Empfehlungssatz gebeten». Der Bischof habe aufgrund einer «langjährigen persönlichen Verbundenheit» zugestimmt.

«Die Empfehlung bezog Franz Jung auf die Person und das Engagement Bilics und bewusst nicht auf ein Parteiprogramm oder auf parteipolitische Aussagen», sagte ein Pressesprecher. «Unter dieser Prämisse hat der Bischof einer Veröffentlichung für die interne Delegiertenversammlung zugestimmt.» Auf den Flyer sei Jung erst aufgrund von Mediennachfragen aufmerksam geworden.

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