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Wanzen breiten sich in Bayern aus

Nürnberg/Bamberg (dpa/lby) – Immer mehr Wanzen tummeln sich nach Angaben von Experten im Freistaat. Ein Grund dafür sei der Klimawandel, sagte die Nürnberger Schädlingsbiologin Eva Scholl. «Die meisten Wanzen sind wärme- und trockenheitsliebend. Weil es vor allem in Ballungsräumen immer wärmer wird, gibt es auch mehr Wanzen.»

Das Jahr 2018 sei mit seinem langen Sommer bisher optimal für die Planzensauger gewesen. Laut Bund Naturschutzbund in Bayern gibt es weltweit etwa 40 000 Wanzenarten. In Deutschland sind es 900, in Bayern 800. Die in Deutschland auftretenden Sechsbeiner seien für den Menschen zwar unangenehm, aber harmlos, betonte Expertin Scholl.

Häufig zu beobachten sind nach Angaben des Landesbundes für Vogelschutz derzeit die Amerikanische Kiefernwanze oder in einigen Regionen die Grüne Stinkwanze. Solche Arten sind zu unterscheiden von Blutsaugern wie den Bettwanzen, die Krankheiten übertragen und Menschen damit auch gefährlich werden können.

Auf Bäumen in Bamberg hat Jürgen Gerdes, Biologe im Umweltamt, erstmals Kolonien der Malvenwanze beobachtet – einer mediterranen Art. «Die scheinen sich hier auszubreiten», sagte Gerdes.