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Winzer in Franken: Ein Kampf gegen Regenmangel und Frost

Würzburg (dpa/lby) – Die Weinlese raubt derzeit so manchem Winzer den Schlaf. An den fränkischen Rebstöcken hängen längst nicht so viele Trauben wie erwünscht – wenn auch die Qualität die Weinbauern wohl versöhnlich stimmt.

Schon im Mai trübten Spätfröste das Bild, vor allem an der Mainschleife, in Teilen des Steigerwalds sowie im Saale- und Taubertal. Mehr als die Hälfte der Anbaufläche von insgesamt etwa 6300 Hektar war geschädigt, vielerorts erfroren ganze Triebe. Die Kälte traf die Winzer nach 2011 und 2017 heuer besonders hart, weil es kurz zuvor bis zu 25 Liter pro Quadratmeter geregnet hatte.

Ein weiteres großes Problem ist die Trockenheit – wie schon in den vergangenen Jahren. In Franken fällt durchschnittlich dreimal weniger Regen als in Südbayern. Vor allem Steil- und Steilst-Lagen trifft das besonders. Auf manchen Rebflächen war im Sommer der Boden wegen der Trockenheit verkrustet, sodass Wasser von der Oberfläche floss. Viele Winzer hätten bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet, sagte Weinbaupräsident Artur Steinmann kürzlich.

Der Fränkische Weinbauverband rechnete zu Lesebeginn vor rund drei Wochen damit, dass auf das ganze Gebiet gesehen maximal die Hälfte einer durchschnittlichen Ernte gelesen werden kann. Preissteigerungen seien denkbar. Dennoch: «Durch die kalten Nächte und die warmen Tage haben wir nicht nur sehr gesundes und qualitativ hochwertiges Lesegut, sondern können auch frische feinfruchtige Weine mit ausgeprägten Aromen- und Säurenspiel für den Jahrgang 2020 erwarten», kündigte Steinmann an.

Im vergangenen Jahr konnten lediglich 5600 Liter pro Hektar und damit etwa 33,5 Millionen Liter verarbeitet werden, wie die Regierung von Unterfranken mitteilte. 2018 waren es noch 8600 Liter pro Hektar, im Jahr davor 7560. Wie auch in den zurückliegenden Jahren setzen Frankens Winzer – mehr als 3500 sind es – immer mehr auf die Weißweinsorte Silvaner.