Wenn die Schulden drücken: Schuldnerquote geht auch im Kulmbacher Land zurück

 

Die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Oberfranken ist deutlich gesunken. In der neuesten Ausgabe des Schuldner-Atlas von creditreform ist die Rede von gut 100.000 Menschen bei uns, die zum Stichtag 1. Oktober 2021, entweder Zahlungsausfälle haben oder deswegen schon Briefe von Anwälten bekommen.

Das sind 9 Prozent weniger als vergangenes Jahr. Der geschäftsführende Gesellschafter der creditreform in München, Philipp Ganzmüller, macht zum Teil das Hilfsprogramm der Bundesregierung mit dem Kurzarbeitergeld für diese Entwicklung verantwortlich.

„Der zweite Effekt ist, dass die Verbraucher finanziell sehr verständig mit der Pandemie umgegangen sind. Einerseits gezwungenermaßen, weil man konnte nicht in den Urlaub fahren, nicht weggehen und kein Geld ausgeben und andererseits aber offenbar sehr schlau reagiert haben, denn die haben das Geld gespart und offenbar in Schuldentilgung investiert“

Im Landkreis Kulmbach sind laut Schuldneratlas 6,32 Prozent der Menschen überschuldet, das sind 3.868 Menschen, letztes Jahr waren es über 7 Prozent. In Bayreuth sind es  8,5 Prozent, in Kronach 6,2, ebenso in Lichtenfels. In Hof liegt die Überschuldung bei fast 14 Prozent. Interessant dabei, wie bundesweit sind auch in Oberfranken mehr Männer als Frauen überschuldet, und die Altersgruppe von 30 bis 39 ist die mit der höchsten Überschuldungsquote.