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Wertvolle Kunstschnee-Spende für die Bergwacht

Berchtesgaden (dpa/lby) – Kunstschnee in rauen Mengen, aber geschlossene Lifte: Im Skigebiet Obersalzberg bei Berchtesgaden haben Liftbetreiber die überflüssige weiße Pracht deshalb gespendet – an die Bergwacht, für eine Lawinenübung.

10 000 Euro soll das in Schneekanonen in der Hoffnung auf eine Liftöffnung produzierte Weiß wert sein, berichtete die Bergwacht unter Berufung auf die Liftbetreiber Erich und Markus Schalmoser und Stefan Amort. Diese hatten den Schnee in einer fünfstündigen Aktion zu großen Haufen zusammengeschoben, in denen die Hundeteams vier Tage die Suche nach verschütteten Winterbergsteigern trainierten.

So habe der Schnee immerhin einen Nutzen gehabt, sagte der Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes Berchtesgadener Land, Markus Leitner, am Donnerstag. «Wir haben zwar einen erheblichen finanziellen Verlust, unsere Arbeit war aber dennoch nicht umsonst und kommt einem gesellschaftlich wirklich sehr wichtigen und für alle sinnvollen Zweck zugute», sagte Lift-Betrieber Amort. Medien hatten bereits darüber berichtet.

Aufgrund der strengen Corona-Auflagen der Bergwacht Bayern hatte sogar eine Absage des Lawinentrainings im Raum gestanden; unter anderem war die Übernachtungen auf einer Hütte vor Ort nicht möglich.

Schnelle Hilfe ist bei Lawinenunglücken lebensrettend. Jede Minute zählt. Ohne Atemhöhle im Schnee stirbt die Hälfte der Verschütteten nach 15 bis 20 Minuten. Nach einer dreiviertel Stunde sind statistisch 75 Prozent der Verschütteten erstickt.

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