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Ruhiges Treiben vor dem Teil-Lockdown in Bayern

München (dpa/lby) – Ein Besuch im Freizeitpark, planschen im Hallenbad oder eine Herbst-Maß im Biergarten: Zahlreiche Menschen haben am Wochenende in Bayern nochmal genossen, was ab Montag erstmal wieder für zunächst vier Wochen verboten ist. Vor allem am Samstag trieb es bei mildem Herbstwetter viele Menschen nach draußen in die Biergärten und Cafés – zu einem überdurchschnittlichen Ansturm bei den Freizeiteinrichtungen kam es hingegen nicht.

«Wir sind gut gebucht, aber wir haben an diesem Wochenende nicht mehr Gäste als sonst», sagte ein Sprecher der Therme Erding am Sonntag. «Vermutlich wären aber mehr Besucher gekommen, wenn sie auch reingedurft hätten.»

Ähnliches sagte auch ein Sprecher des Allgäuer Skyline Parks: Wochenendbedingt sei dort ohnehin viel los gewesen, ob aber Gäste extra nur wegen des kommenden Teil-Lockdowns dabei gewesen seien, könne er nicht einschätzen. Auch an der Rodelbahn im niederbayerischen St. Englmar gab es keine Extra-Schlangen. Wetterbedingt sei es ein normaler Tag für einen Saisonabschluss gewesen.

In den Münchner Schwimmbädern zeigte am Wochenende die Echtzeit-Auslastungsampel hingegen sehr viele Badegäste an. «Die Leute haben den letzten Hallenbad-Tag vermehrt genutzt», sagte eine Sprecherin der Stadtwerke.

Nach Angaben der Polizei liefen die allermeisten Aktivitäten am Wochenende corona-konform ab. «Das Besondere war eigentlich, dass vergangene Nacht eben kaum was los war – und das an Halloween», sagte etwa ein Sprecher der Polizei Unterfranken am Sonntag. Auch von vermehrtem Rückreiseverkehr von Gästen, die ihre Herbergen bis zum Montagmittag verlassen müssen, war laut Polizei am Sonntag nichts zu spüren.

Coronabedingt eingreifen mussten die Beamten allerdings mancherorts schon: So wollten etwa im unterfränkischen Amorbach am Samstagmittag 40 Gäste eine türkische Braut traditionell gemeinsam abholen. In München löste die Polizei am Freitag eine Geburtstagsparty zu Ehren eines Einjährigen auf, bei der sich hundert Gäste in einem Lokal getroffen hatten. In Eltmann (Landkreis Haßberge) beendete die Polizei am Freitagabend eine Feier mit neun Personen aus sechs verschiedenen Haushalten. Auch im Landkreis Regensburg feierten sechs Personen am Freitagabend in einer Wohnung in Wörth an der Donau. Von der Party erfuhr die Polizei, weil eine betrunkene junge Frau in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Auch Gegner des Teil-Lockdowns gingen am Wochenende auf die Straße. So demonstrierten am Samstag in Schweinfurt etwa hundert Teilnehmer unter anderem gegen die Maskenpflicht. Weil 18 von ihnen sich weigerten, eine solche auch zu tragen, wurden sie angezeigt. In München versammelten sich zu Beginn einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen nach Polizeiangaben rund 1700 Menschen auf der Theresienwiese. Um die Teilnehmerbeschränkung von 1000 Demonstranten zu umgehen, wollten die Organisatoren aus der Veranstaltung einen Gottesdienst machen. Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege trat als Redner auf.