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Würzburgs OB warnt nach Messerattacke vor Pauschalisierung

Würzburg (dpa) – Nach der Messerattacke von Würzburg mit drei Toten sieht Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) die Politik in einer besonderen Verantwortung. «Pauschalisieren und Gruppen zu stigmatisieren, das kann irgendwann auch zu Hass führen und in Gewalt münden, in Taten umgesetzt werden. Da ist es ganz zentral, welche Tonspur die Politik legt, auch ein Oberbürgermeister», sagte Schuchardt der «Süddeutschen Zeitung».

Am Freitag hatte in der Würzburger Innenstadt ein 24 Jahre alter Somalier drei Frauen umgebracht und mehrere Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Über das Motiv des Angreifers herrscht weiterhin Unklarheit.

Es gehe nicht darum, etwas zu beschönigen, so Schuchardt weiter. «Es geht nicht darum, lax zu sein, wegzuschauen. Sondern das zu tun, was nötig ist, zu ermitteln, aber eben mit einer gewissen Grundempathie», erklärte der Kommunalpolitiker. «Wenn wir Menschen mit sehr schwierigen Biografien aufnehmen, ist klar, dass das nicht einfach ist, sie womöglich auch eine Form der Begleitung brauchen. Und wenn wir feststellen, dass einige von ihnen, wie der Täter, der ja gerade erst volljährig war, als er nach Deutschland kam, eben nicht genügend staatlich begleitet worden sind, muss sich das für die Zukunft massiv ändern.» Das schnelle Hingucken und häufigere Hingucken müsse Staatsaufgabe sein, auch im eigenen Interesse.

Schuchardt bekommt nach eigenen Worten derzeit sehr viele E-Mails aus ganz Deutschland, offenbar manche auch mit bedrohlichen Inhalten. Er habe Verständnis für einige, nicht alle. «Ich möchte auch nicht von Friede, Freude, Eierkuchen der „bunten Gesellschaft“ reden und ich weiß, dass viele Menschen Ängste haben vor Überfremdung.» Aber er gestalte als Kommunalpolitiker nicht die deutsche oder europäische Flüchtlingspolitik. «Ich bin unserer Stadtgesellschaft verpflichtet und als Person Humanist.»

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