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Ziesel werden zu «sysel»: Nagetiere helfen in Tschechien

Nürnberg/Děčín (dpa/lby) – Ziesel aus dem Tiergarten Nürnberg helfen dabei, dass die kleinen Nagetiere im benachbarten Tschechien nicht aussterben. Im dritten Jahr in Folge seien in Nürnberg geborene Tiere im Nachbarland ausgewildert worden, teilte die Stadt am Montag mit. 14 Männchen und 14 Weibchen leben demnach seit vergangenem Donnerstag bei Děčín in der Nähe der Grenze zu Sachsen.

In Tschechien gelten die «sysel» als vom Aussterben bedroht, wie die Stadt mitteilte. In Deutschland kamen demnach Europäische Ziesel (Spermophilus citellus) noch bis in die 1980er-Jahre im Erzgebirge vor, gelten aber heute als ausgestorben. Unter Umständen sei durch die Auswilderung im Grenzgebiet auch eine Einwanderung nach Deutschland möglich, teilte die Stadt mit.

Einige der nun ausgewilderten Nagetiere aus der Familie der Hörnchen wurden in verlassene Baue mit Futter gesetzt, andere kamen in kleine Gehege. Die Tiere sollten demnach einige Zeit brauchen, bis sie sich ins Freie gegraben haben. In der Zeit sind sie geschützt.

Die 200 bis 400 Gramm leichten Tiere ernähren sich hauptsächlich vegetarisch und bevorzugen sonnige, niedrig bewachsene Lebensräume wie Trockenrasen. Dazu gehören auch menschengemachte Gebiete wie Flugfelder und Golfplätze. Bereits 2017 wurden auf einem Golfplatz im tschechischen Karlovy Vary Ziesel aus Nürnberg ausgewildert. Seit 2014 hat der Tiergarten 110 Ziesel an Auswilderungsprojekte abgegeben.

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