Zukunft des Münchner Bergbusses ungewiss

Mit dem Bus von München aus in die Berge: Dieses Angebot wird mit der Einführung des 49-Euro-Monatstickets für den Nahverkehr wohl kaum noch weiter privatwirtschaftlich zu stemmen sein. «Gerade jetzt mit einem 49-Euro-Ticket ist es nicht denkbar, dass wir den Münchner Bergbus als privates Angebot weiter erhalten», sagte Matthias Ballweg, Vorstand der Sektion Oberland im Alpenverein München & Oberland der Münchner «Abendzeitung» (Samstag). Wünschenswert sei, dass der Bergbus Teil des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) werde. «Das war immer der Plan, und das bleibt auch der Plan.»

Ballweg zufolge läuft das Verfahren zum Zusammenwachsen mit dem MVV schleppend. «Die Geschwindigkeit der Integration ist frustrierend langsam. Inzwischen traue ich mich nicht mal mehr zu prognostizieren, dass es sicher 2024 klappt. Was jetzt schon sicher ist, dass es 2023 nicht klappt.» Hintergrund seien europäische Ausschreiberichtlinien, mit teilweise Zwölf-Monats-Fristen. «Und es liegt daran, dass sich enorm viele Partner in enorm bürokratischen Prozessen einigen müssen.»

Der Bergbus hat nun zwei Saisons hinter sich. Im kommenden Jahr soll das Angebot reduziert werden. «Es wird nicht im selben Umfang wie dieses Jahr sein. Dieses Jahr hatten wir ja wie letztes Jahr fixe Linien», sagte Ballweg. «Verlässlich zweimal pro Wochenendtag, pro Linie in die Berge und zurück. Wir werden jetzt nächstes Jahr Einzelziele aussuchen und die anfahren und das dezidiert kommunizieren.»

Ballweg betonte: «Es muss attraktiver sein, den klimabewussten Weg in die Berge zu wählen als den unklimabewussten.» Der Alpenverein will durch den Bergbus den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Anreise von Bergsportlern senken. Außerdem soll der Bus Stau und Problemen beim Parken in beliebten Ausflugsorten entgegenwirken. In der Vergangenheit war es wegen überfüllter Parkplätze zu Konflikten mit Anwohnern gekommen.

Bund und Länder hatten kürzlich den Weg für ein 49-Euro-Monatsticket freigemacht. Geplant ist dies als digitales, bundesweit gültiges Deutschlandticket für den Nahverkehr. Wann es startet, ist offen.