Oktoberfest

100.000 Euro Beute – Polizei fasst Taschendieb-Bande

29. September 2026 , 14:35 Uhr

Mit einer raffinierten Masche erbeutete eine Bande während der Wiesn mutmaßliches Diebesgut in sechsstelliger Höhe. Wie die Polizei den Tätern auf die Spur kam.

Ein gestohlenes Handy, eine Attrappe als Ersatz und mutmaßliches Diebesgut im Wert von rund 100.000 Euro: Nach schwerem Bandendiebstahl während des Oktoberfests hat die Münchner Polizei vier Tatverdächtige festgenommen. Die aus Frankreich stammenden Männer sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. 

Ihren Ausgang nahmen die Ermittlungen bei einem 36-jährigen Wiesngast aus den USA. Der Mann war am Donnerstagabend auf dem Oktoberfest. Als er am nächsten Morgen gegen 6.00 Uhr in seinem Hotel aufwachte, konnte er sich nach eigenen Angaben nicht mehr an die dazwischenliegende Zeit erinnern. 

Er stellte fest, dass sein Mobiltelefon gestohlen und durch eine Attrappe ersetzt worden war. Auch ein Armbandtracker fehlte. Über das gestohlene Handy waren zwischenzeitlich Einkäufe im Wert von mehreren tausend Euro getätigt worden. Der Mann erstatte Anzeige bei der Polizei. 

Diebe reisen extra zur Wiesn an 

Bei der Auswertung von Videoaufnahmen und mit Unterstützung der französischen Polizei kamen die Ermittler einem der 29-jährigen Tatverdächtigen auf die Spur. Taschendiebfahnder aus Rumänien und Portugal – sie unterstützen wie jedes Jahr auf der Wiesn einheimische Kräfte – erkannten den Mann noch am selben Abend auf dem Oktoberfest wieder. Er wurde zusammen mit einem 31-jährigen Landsmann festgenommen.

Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten zu einem Hotel in München. Dort nahmen sie zwei weitere Franzosen im Alter von 27 und 34 Jahren fest. In dem Zimmer fanden die Ermittler zahlreiche hochwertige Gegenstände und Kleidung sowie Mobiltelefone, mutmaßlich aus vorangegangenen Diebstählen. 

«Wir gehen davon aus, dass die Männer extra für das Münchner Oktoberfest hier angereist sind zur Begehung von Straftaten», sagte Polizeisprecher Christian Drexler. Die Männer seien auch in Frankreich schon in Erscheinung getreten. Man gehe von einem gewerbsmäßigen Vorgehen aus. Das Volksfest ziehe nicht nur Besucher, sondern auch Diebe an.

Seit Jahren sind deshalb auf der Wiesn geschulte Taschendiebfahnder aus dem Ausland zur Unterstützung dabei, dieses Jahr kommen sie aus acht Ländern. Die Strategie hat sich schon mehrfach bewährt. Im vergangenen Jahr etwa hatten Fahnder aus Spanien einheimische Taschendiebe persönlich erkannt, auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Einen ähnlichen Fall gab es vor Jahren mit rumänischen Fahndern, die «ihre» Diebe auf dem Fest wiedererkannten.

Quelle: dpa

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