Eltern in Sorge

171 Kinder im Freistaat vermisst

21. Mai 2026 , 13:52 Uhr

Für Eltern ist es der blanke Horror, wenn ihr Kind nicht mehr nach Hause kommt. Auch die Polizei reagiert in solchen Fällen sofort. Warum es dennoch meist rasch Entwarnung gibt.

171 Kinder unter 14 Jahren gelten im Freistaat derzeit als vermisst. «Ein Großteil der Kinder kommt glücklicherweise bereits nach wenigen Tagen wieder wohlbehalten nach Hause zurück», teilte das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) in München mit. Anlass ist der am Montag anstehende Tag der vermissten Kinder. 

Auch wenn die meisten vermissten Kinder nur von Zuhause ausgerissen sind: Den Ermittlern zufolge sollte man immer sofort reagieren, wenn unklar ist, wo ein Kind oder Jugendlicher ist.

Denn die Polizei geht zunächst immer davon aus, dass eine Gefahr für Leib und Leben besteht, wenn Kinder oder Jugendliche ihr gewohntes Umfeld verlassen haben und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist. Diese Annahme wird erst widerrufen, wenn die Ermittlungen etwas anderes ergeben. Bei Erwachsenen ist das anders: Sie dürfen ihren Aufenthaltsort prinzipiell frei bestimmen. 

Meistens sind die vermissten Kinder weggelaufen

Bei der Mehrheit der vermissten Kinder stellt sich heraus, dass sie von Zuhause ausgerissen sind. Zum Stichtag 18. Mai zählten 126 der 171 vermissten Unter-14-Jährigen zu denjenigen, die oftmals wiederholt weglaufen und wieder zurückkommen. Das Landeskriminalamt betonte, dass die Zahlen grundsätzlich nur eine Momentaufnahme sind, die sich schnell ändern kann. Denn zugleich gibt es nach LKA-Angaben 117 Fälle von Kindern, die schon seit mehr als einem Jahr auf der Vermisstenliste stehen.

40 weitere Kinder wurden ihren Eltern oder ihrem Vormund entzogen. Dies ist häufig bei Trennungen der Fall: Wenn beide Eltern das Sorgerecht haben, der eine dem anderen das Kind aber vorenthält und dieser dann Anzeige erstattet, geht der Fall zwar in die Statistik ein – doch die Beamtinnen und Beamten wissen, wo sich das Kind befindet. 

Fünf der aktuell vermissten Kinder sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Bei ihnen gibt es laut LKA aber hinreichende Erkenntnisse, dass Bayern nur eine Zwischenstation war und sie inzwischen weitergereist sind.

Mehr als 1.000 Fälle im Gesamtjahr

Insgesamt wurden im Jahr 2025 im Freistaat 1.044 vermisste Kinder gezählt, 970 Fälle wurden aufgeklärt. Im Vorjahr waren es 1.069 Fälle, 979 galten zum Jahresende als gelöst. Die Differenz erklärt sich wiederum überwiegend durch Ausreißer, die über den Jahreswechsel hinweg ausbüxten.

Quelle: dpa

Bayern Kinder Kriminalität Notfall

Das könnte Dich auch interessieren

25.05.2026 Vier Kinder und zwei Erwachsene sterben bei Badeunfällen Pfingsten, sommerliche Temperaturen: Die Menschen strömen in Freibäder, an Seen und zu Flüssen. An einigen Orten endet der Badespaß tragisch. 25.05.2026 Brandanschlag auf Strommasten bei München In Teilen Ismanings fiel kurzzeitig der Strom aus. Die Ermittler haben einen klaren Verdacht - was Innenminister Herrmann auf den Plan ruft. 22.05.2026 Schwestern ertrinken in See - Eltern ohne Strafe verurteilt Zwei Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren baden in einem See in Schweinfurt und ertrinken. Monate später stehen die Eltern vor Gericht. Haben sie gut genug aufgepasst? 20.05.2026 Zehnjährige stiehlt Spielzeug in Drogeriemarkt Ein Einkauf endet für ein Kind in den Händen der Polizei. Eine Zehnjährige versucht in Simbach am Inn, Spielzeug an der Kasse vorbeizuschmuggeln.