Der mutmaßliche Angreifer auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Unterfranken ist von der Untersuchungshaft in ein Bezirkskrankenhaus verlegt worden. Dort sei er seit dem 6. August vorläufig untergebracht, teilte die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft München mit. In Bezirkskrankenhäusern werden Patienten mit seelischen Problemen oder Suchterkrankungen behandelt – in der forensischen Abteilung sind psychisch kranke Straftäter untergebracht. Warum der 20-Jährige, der zuletzt in Baden-Württemberg im Main-Tauber-Kreis gelebt haben soll, verlegt wurde, teilten die Ermittler nicht mit.
Der Syrer soll im Juli nahe einer Bushaltestelle in Höchberg bei Würzburg einen damals 65-jährigen Deutschen, der mit einer Israelflagge am Revers unterwegs war, schwer verletzt haben. Die Ermittler gehen ersten Angaben zufolge von einer israelfeindlichen oder islamistischen Motivation des mutmaßlichen Täters aus. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung.
Der Verdächtige genießt nach Behördenangaben einen Schutzstatus in Deutschland und ist nicht ausreisepflichtig. Das hatte das Landratsamt Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim mitgeteilt, das für den Verdächtigen ausländerrechtlich zuständig ist.
Gegen den 20-Jährigen liefen in der Vergangenheit bereits verschiedene Ermittlungsverfahren, etwa wegen Körperverletzungen. Zu einer Anklage kam es bisher nicht, teils wurden die Ermittlungen eingestellt.
Nach Angaben der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Würzburg handelt es sich bei dem Opfer um ein Mitglied der Organisation. Der Mann sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden, hatte die Organisation nach dem Vorfall in der Nacht zum 20. Juli mitgeteilt.
Was den Verdächtigen wirklich zu der Tat getrieben haben soll, ist noch unbekannt. «Es wird um Verständnis gebeten, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen keine weiteren Auskünfte erteilt werden können», teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.
Quelle: dpa