„Unsere alte Dame geht gezwungenermaßen in den Ruhestand“ – das schreibt Inhaberin Victoria Bredemeyer zur Schließung ihrer Apotheke am Holzmarkt. Die wirtschaftliche Situation habe sich so zugespitzt, dass letztlich nur noch der Weg in die Insolvenz und damit die Schließung bleibe, schreibt sie auf Anfrage. Der Kulmbacher Apotheker und Vorsitzende des Bayerischen und Deutschen Apothekerverbands, Hans Peter Hubmann, wurde von der Schließung selbst überrascht. Er habe davon vorher nichts gewusst. Dass Apotheken aber aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen, überrascht ihn nicht:
Man muss sich vorstellen, dass das Apothekenhonorar in den letzten zehn Jahren um gerade mal zehn Prozent gestiegen ist. Die Kosten haben aber um mehr als 60 Prozent zugenommen. Und diese auseinanderklaffende Schere können viele Betriebe schlicht und einfach nicht mehr stemmen. Deswegen haben wir auch so viele Apothekenschließungen in den letzten Jahren gehabt.
Mit der Apotheke am Holzmarkt, der Zentralplatzapotheke und der Kranich-Apotheke in Weiher, sind es allein in Kulmbach drei Apotheken, die schließen mussten. Hubmann erwartet aber eine gewisse Entspannung. Denn im Sommer wurde das Apothekenhonorar erhöht, im Januar soll es eine weitere Erhöhung geben. Die Schließungswelle werde dadurch aber nicht komplett gestoppt, so Hubmann weiter.
Die Schließung der Apotheke am Holzmarkt hat auch direkt Auswirkungen auf das Wochenende, da sie morgen (Sa 26.09.) normalerweise für den Notdienst zuständig gewesen wäre. Den übernimmt kurzfristig die Kur-Apotheke in Wirsberg.