Finanzen

Bayerns Krankenhäuser: Spargesetz bringt massive Konflikte

22. Mai 2026 , 13:53 Uhr

Die Bundesregierung will einen weiteren Anstieg der Kassenbeiträge verhindern, auch durch Sparmaßnahmen in den Kliniken. Bayerische Krankenhausverbände warnen vor weiteren Schließungen.

Bayerische Krankenhausverbände erwarten Schließungen und massive Konflikte in den Belegschaften, wenn die Bundesregierung die angekündigten Sparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung umsetzt. Zehn Klinik-Spitzenverbände legten am Freitag in München aber auch Gegenvorschläge vor.

Die Pläne, mit denen die Bundesregierung die Kassenfinanzen sanieren will, machten nicht nur Bayerns Klinikleitungen Angst, sondern «noch mehr den Mitarbeitenden», sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen.

Streit mit Gewerkschaften programmiert

Bislang übernehmen die Krankenkassen Mehrausgaben, die durch Tarifsteigerungen fürs Personal entstehen. Diese Regelung soll aber wieder abgeschafft werden. In der Folge werde der Spielraum für Gehaltserhöhungen wesentlich kleiner, warnt Engehausen: «Wenn das Gesetz in Kraft tritt, werden wir massive Tarifauseinandersetzungen bekommen.»

Neben Unruhe in den Belegschaften erwartet Enghausen auch Protestaktionen. Auch die Klinikverbände würden zu Protesten aufrufen, kündigte der BKG-Geschäftsführer an, allerdings getrennt von den Gewerkschaften.

Weitere Schließungen erwartet

Die angekündigten Sparmaßnahmen könnten kommendes Jahr eine Lücke von 1,4 Milliarden Euro in die Haushalte der bayerischen Kliniken reißen, erwartet die BKG. In der Folge seien weitere Schließungen von Abteilungen und Standorten absehbar. So wie etwa im mittelfränkischen Ansbach der kommunale Klinikträger ANRegionmed die Schließung der Pädiatrie beschlossen hat, werde auch anderswo die Versorgung ausgedünnt, befürchtet Engehausen.

In Bayern würden viele Kliniken von den Kommunen betrieben, ergänzte der Gesundheitsreferent beim Bayerischen Landkreistag, Klaus Schulenburg. Wenn Städte und Landkreise noch höhere Defizite ihrer Krankenhäuser schultern müssten, gebe es keinen Spielraum mehr für andere Ausgaben: «Ab nächstem Jahr könnten wir keine Schulen mehr sanieren und keine Straßen mehr teeren.»

Verband fordert gegenseitiges Entgegenkommen

Bayerns Kliniken sei bewusst, dass die GKV-Ausgaben nicht ungebremst weiter steigen können, betonte der BKG-Geschäftsführer Engehausen: «Wir bekennen uns dazu, dass gespart werden muss, keine Frage.» Das sei aber nur möglich, wenn die Kliniken zusätzliche Spielräume bei ihrer Arbeit erhalten. Als Beispiel nannte er Vorschriften, wie viel Personal mindestens vorgehalten werden muss.

Unterstützung aus der Staatsregierung

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte den Klinikverbänden ihre Unterstützung zu. Es bestehe «die große Gefahr eines finanziellen Flächenbrands», erklärte sie. Deshalb werde Bayerns Gesundheitsministerium in den anstehenden Beratungen im Bundesrat auf Änderungen dringen.

Quelle: dpa

Bayern Krankenhaus Krankenversicherung

Das könnte Dich auch interessieren

15.05.2026 82-Jähriger soll Brand in Klinik gelegt haben Rauch dringt aus einem Zimmer eines Klinikums in Oberfranken. Zahlreiche Patienten werden verlegt. Die Polizei ermittelt. 13.05.2026 Neue München Klinik Harlaching eingeweiht Fünf Jahre wurde gewerkelt, jetzt ist der Neubau fertig. Nach der Einweihungsfeier wird es ernst: Das komplette Krankenhaus soll binnen einer Woche umziehen - im laufenden Betrieb. 28.04.2026 Ausgaben der Krankenkassen in Bayern stark gestiegen Binnen eines Jahrzehntes gingen die Ausgaben bei den gesetzlichen Kassen deutlich nach oben. Drei Bereiche fallen dabei besonders auf. 25.05.2026 In Auto gekracht: Motorradfahrerin lebensgefährlich verletzt Plötzlich steht ein Auto quer auf der Straße - kurz darauf müssen drei Verletzte ins Krankenhaus: Nach einem schweren Unfall ermittelt die Polizei wegen eines möglichen verbotenen Autorennens.