Im Prozess um den mutmaßlichen versuchten Mord während der Kulmbacher Bierwoche hat ein Zeuge am zweiten Verhandlungstag am Landgericht Bayreuth für Aufsehen gesorgt. Der 23-Jährige aus dem Landkreis Lichtenfels ist mit den beiden Angeklagten befreundet und war bei dem brutalen Angriff auf einen damals 28-jährigen Mann aus Rumänien unmittelbar dabei. Doch vor Gericht wollte er sich zunächst an nichts erinnern. Weder eindringliche Ermahnungen der Richterin noch die Aufnahmen einer Überwachungskamera konnten sein Gedächtnis auffrischen.
Erst als Staatsanwalt Jan Köhler Beugehaft beantragte und die Richterin das unterstützte, brach der junge Mann sein Schweigen. Plötzlich schilderte er den Tatabend weitgehend so, wie es auch auf dem Video zu sehen ist.
Erschütternde Aussagen machten außerdem zwei Mitarbeiter der Kulmbacher Straßenreinigung, die den Angriff beobachtet und die Polizei alarmiert hatten. Sie fanden das Opfer blutüberströmt und zunächst regungslos vor. Auch ein Notfallsanitäter berichtete von schweren Kopfverletzungen.
Die beiden 21-jährigen Angeklagten aus dem Landkreis Lichtenfels müssen sich wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Tat ereignete sich im Juli 2025 am Kulmbacher Holzmarkt. Das Opfer muss bis heute um sein Augenlicht fürchten. Der Prozess wird morgen(Fr) fortgesetzt.