Extremismus

Beratungsstellen: Mehr als 360 Betroffene rechter Gewalt

21. Juli 2026 , 15:34 Uhr

Nicht nur Polizei und Verfassungsschutz, sondern auch Opferberatungsstellen zählen rechte Gewalttaten. Nun liegen neue Zahlen für Bayern vor.

Beratungsstellen für Betroffene rechter Gewalt haben in Bayern im vergangenen Jahr 324 Angriffe mit mindestens 362 direkt Betroffenen erfasst – das entspricht ungefähr dem Niveau aus dem Jahr zuvor. Knapp ein Drittel davon entfielen allein auf die Landeshauptstadt München. Die Zahlen blieben damit auf einem «alarmierenden Hoch», teilten die Beratungsstellen B.U.D. und BEFORE in einer gemeinsamen Mitteilung mit. 

Knapp 42 Prozent der Angriffe waren Körperverletzungsdelikte, rund 36 Prozent waren Bedrohungen beziehungsweise Nötigungen. In gut 64 Prozent der Fälle rechter Gewalt wurde demnach Rassismus als Tatmotivation erfasst.

Für die Erhebung orientierten sich die Beratungsstellen nach eigenen Angaben am polizeilichen Erfassungssystem der politisch motivierten Kriminalität rechts. Dabei bildeten die Zahlen nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes rechter Gewalt ab: Viele Betroffene erstatten den Angaben zufolge keine Anzeige oder suchen aus den unterschiedlichsten Gründen keine Beratungsstelle auf.

Der Verfassungsschutz hatte im vergangenen Jahr 508 rechtsextremistisch motivierte Straf- und Gewalttaten in Bayern gezählt – elf mehr als im Vorjahr. Das Landeskriminalamt wiederum registrierte einen Anstieg der politisch motivierten Gewalttaten insgesamt. 144 der insgesamt 418 registrierten Gewaltdelikte wurden dem rechten und rechtsextremen Bereich zugeordnet.

Quelle: dpa

Bayern Extremismus Kriminalität

Das könnte Dich auch interessieren

22.07.2026 Gedenken am OEZ: «Die Tat betrifft unser ganzes Land» Blumen, Kränze, Tränen: Mit bewegenden Worten erinnern Angehörige an die Toten des OEZ-Anschlags- und fordern Aufklärung. Bundespräsident Steinmeier verspricht: Die Opfer werden nicht vergessen. 22.07.2026 Angriff wegen Israel-Anstecker? Verdächtiger genießt Schutz Nach der Attacke auf einen Mann mit einer Israel-Flagge am Revers ist das Motiv des Angreifers noch unklar. Der Flüchtling hält sich legal in Deutschland auf. 22.07.2026 Zehn Jahre nach Münchner Anschlag: Die Wut trauernder Eltern Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum bleibt der Schmerz: Was Sibel und Hasan Leyla heute fühlen und welches Versprechen sie ihrem getöteten Sohn Can gegeben haben. 21.07.2026 Mann mit Israel-Anstecker bei Angriff schwer verletzt Ein Mann geht mit einer Israel-Flagge am Revers spätabends durch eine Gemeinde bei Würzburg, als er von einem jungen Mann angesprochen wird. Kurz darauf geht der 20-Jährige auf ihn los.