Nach gescheiterten Plänen

Berichte: FIFA kündigt Zugang zu Dokumenten an

03. November 2026 , 06:53 Uhr

Die zurückgezogenen Investorenpläne des Fußball-Weltverbandes sollen untersucht werden. Laut Medien will die FIFA nun Zugang zu Dokumenten gewähren.

Drei Monate nach den gescheiterten Investorenplänen für künftige Weltmeisterschaften will der Fußball-Weltverband FIFA Medienberichten zufolge Einblick in wichtige Dokumente zu dem Vorgang gewähren. Generalsekretär Mattias Grafström habe dies am Montag in einem entsprechenden Brief an die Mitglieder des FIFA-Councils angekündigt, berichteten der britische Sender BBC, das Fachportal «The Athletic» und die britische Nachrichtenagentur PA.

Vom Weltverband gab es dazu zunächst keine Bestätigung. Die FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA, die in einem Brief am 19. Oktober einen umfangreichen Fragenkatalog formuliert hatte, waren für Reaktionen angefragt. Die UEFA hatte der FIFA für die Beantwortung eine Frist bis zum 2. November gesetzt.

Einsicht am FIFA-Sitz in Zürich

Interessierte Mitglieder des FIFA-Councils könnten sich anmelden, um am Sitz des Weltverbands in Zürich in den kommenden beiden Wochen Einblick in die Dokumente zu bekommen, soll es im Schreiben von Grafström heißen. Gleichzeitig soll er darauf verwiesen haben, dass nicht alle 42 Fragen aus dem UEFA-Brief in der gesetzten Frist hätten beantwortet werden können, es solle aber in angemessener Zeit eine Antwort geben.

Keine Antworten zu Balogun und Trump

Die UEFA verlangt auch Auskunft zur Behandlung des Disziplinarverfahrens gegen den US-Stürmer Folarin Balogun während der WM. Zudem soll es Antworten zu geschäftlichen und politischen Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump und seiner Familie geben sowie die operative Unabhängigkeit der Rechts-, Wahl- und Ethikkommissionen der FIFA.

Bei den einsehbaren Dokumenten soll es indes offenbar nur um den geplatzten Investorendeal gehen. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte nach breitem Widerstand den Plan aufgegeben, 20 Prozent der kommerziellen Rechte an der WM und weiteren Wettbewerben für mehr als vier Milliarden Dollar zu verkaufen.

Chancen auf Wiederwahl für Infantino wieder größer

Infantino hatte angekündigt, die 42 Fragen der UEFA beantworten zu wollen. «Wir arbeiten daran und werden natürlich alle gestellten Fragen beantworten, soweit es das Verfahren zulässt und soweit wir dazu in der Lage sind», sagte Infantino am 24. Oktober am Rande der U15-WM in Baku.

Der 56 Jahre alte Schweizer strebt im kommenden März die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident an. Die Unterstützung für ihn war zuletzt wieder deutlich gewachsen. Die UEFA hat bisher keinen Gegenkandidaten benannt, die Frist dafür endet am 18. November. Auf einer Council-Sitzung am 15. Oktober hatte Infantino aus Sicht seiner Kritiker keine befriedigenden Antworten auf sehr viele Fragen gegeben.

Quelle: dpa

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