Zwei einsame Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine ist ein deutscher Heimbewohner mit einer Behinderung, der andere ein schick gekleideter japanischer Tourist. Der neue Kinofilm «Der Frosch und das Wasser» von Regisseur Thomas Stuber erzählt die berührende Geschichte von Buschi (gespielt von Aladdin Detlefsen) und dem Japaner Hideo Kitamura (gespielt von Kanji Tsuda).
Ihr außergewöhnliches Abenteuer beginnt, als Buschi bei einem Ausflug seiner Wohngruppe wegläuft und in den Bus einer japanischen Reisegruppe steigt.
Während ihrer verrückten Reise nähern sich die beiden Männer an – fast ohne Worte, denn Buschi spricht nicht und Hideo Kitamura redet Japanisch. Sie erleben viel und verstehen sich immer besser. Dabei spielen auch Frösche eine Rolle.
Aufmerksam und liebevoll nimmt der Japaner seinen unerwarteten deutschen Gefährten wahr, geht auf den Mann mit Down-Syndrom ein und ermöglicht eine besondere Verbindung. Doch Buschi wird schmerzlich vermisst und gesucht, Kitamura will zurück nach Japan. Eine wichtige Entscheidung steht an.
Nach seiner Weltpremiere beim Tallinn Black Nights Film Festival in Estland wurde das besondere Roadmovie beim Filmfest Bremen gezeigt. Vom 30. April an ist das märchenhafte und teils auch lustige Werk in den Kinos zu sehen.
Für Aladdin Detlefsen war es die erste Hauptrolle in einem Kinospielfilm. Der Schauspieler mit Down-Syndrom ist seit mehr als 20 Jahren im Ensemble des Bremer Blaumeier-Ateliers aktiv, das künstlerische Projekte für Menschen mit und ohne Behinderung umsetzt.
Beide Hauptdarsteller überzeugen – auf eine stille und leichte Art. Dass die Dreharbeiten für alle besonders waren, liegt nahe. «Es gab auf allen Seiten so ein ganz tiefes Verständnis für den jeweils anderen und dafür, dass dieser Film nur aus einer tiefen Verbindung mit anderen Menschen heraus entstehen kann», erzählte die Schauspielcoachin für Aladdin Detlefsen, Barbara Weste. Es sei wichtig, dass sich Menschen mit Behinderung künstlerisch auf Augenhöhe mit ihren nicht-behinderten Kollegen bewegen können. Das habe bei der Arbeit für diesen Film in jedem Moment geklappt.
Quelle: dpa