Abschied

Bewegende Trauerfeier für Schauspieler Rolf Becker

07. Januar 2026 , 16:58 Uhr

Familie, Freunde und Weggefährten haben sich von Schauspieler Rolf Becker verabschiedet. Viele Redner lobten seine Mitmenschlichkeit und seinen Kampf für eine bessere Welt.

In einer bewegenden Trauerfeier in der Dreieinigkeitskirche in Hamburg-St. Georg haben Familie, Freunde und Weggefährten Abschied von Schauspieler Rolf Becker genommen. «Rolf fehlt. Als Ehemann, Vater, Großvater, Freund und Nachbar, Schauspielkollege und politischer Mitstreiter», sagte Pastorin Dorothea Frauböse. 

Neben der Urne waren Erinnerungsstücke, Blumen, Kerzen und ein Schwarz-Weiß-Foto von Rolf Becker aufgestellt. Unter den Trauergästen waren neben seiner Witwe Sylvia Wempner auch seine Kinder, darunter Schauspieler Ben Becker aus der Ehe mit der Schauspielerin Monika Hansen und Kolleginnen und Kollegen aus der TV-Serie «In aller Freundschaft».

Ben Becker sang «Heaven stood still»

«Du warst der höflichste, disziplinierteste, spielfreudigste, wortliebendste, charmanteste, großzügigste, kollegialste und einfach netteste Arbeitsmitstreiter in unserer fiktiven Welt. Nicht nur für mich. Für uns alle», sagte sein Kollege Bernhard Bettermann aus «In aller Freundschaft». Bischöfin Kirsten Fehrs und zahlreiche Vertreter politischer Organisationen betonten seine Großzügigkeit, seine Mitmenschlichkeit und seinen Kampf für eine bessere Welt. 

In einer emotionalen Rede sagte Ben Becker unter Tränen: «Nun ist Rolf erstmal weg. Unser Papa. Mein Papa. Einfach weg. So wie ein alter Küchentisch, der nicht mehr da ist, in seiner gewohnten Form, der uns aber immer begleiten wird.» Anschließend sang er das Lied «Heaven stood still» von Willy DeVille.

Der Wahlhamburger war am 12. Dezember im Alter von 90 Jahren in einem Hamburger Hospiz gestorben. Der 1935 in Leipzig geborene Becker machte sowohl am Theater als auch in Film und Fernsehen Karriere. Einem Millionenpublikum bekannt wurde er zuletzt in der beliebten ARD-Arztserie «In aller Freundschaft», wo er seit 2006 neben Ursula Karusseit den gutmütigen Rentner Otto Stein spielte. 

Seit Jahren engagierte sich Becker auch politisch und sozial – zusammen mit seiner Frau setzte er sich zum Beispiel für Flüchtlinge ein. Unermüdlich war Becker auch im Einsatz gegen das Vergessen der NS-Vergangenheit. Seine Urne sollte auf dem Ohlsdorfer Friedhof auf dem Geschwister-Scholl-Feld beigesetzt werden.

Quelle: dpa

 

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