Missbrauchs-Skandal

Bill Gates vor Aussage im Epstein-Ausschuss: will helfen

10. Juni 2026 , 17:02 Uhr

Er ist der nächste Prominente, der sich zu dem Fall des Sexualstraftäters vor dem US-Parlament äußert. Microsoft-Mitgründer Gates gibt zuvor ein knappes Statement ab.

Microsoft-Mitgründer Bill Gates will nach eigenen Angaben mit seiner Aussage vor dem Epstein-Kontrollausschuss im US-Parlament dessen Arbeit unterstützen. Er sei froh, freiwillig hier zu sein und auszusagen, sagte Gates in seinem knappen Statement vor der Anhörung im Kapitol zu Journalisten. Die Sitzung in Washington ist nicht öffentlich. Er wolle eine einleitende Erklärung abgeben. Er hoffe, dass seine Aussage hilfreich für die Arbeit des Ausschusses sei, «Gerechtigkeit für die Opfer» zu erreichen, sagte Gates. Details zu seiner Aussage gab er nicht preis.

Der republikanische Ausschusschef James Comer sagte ebenfalls vor Beginn der Befragung, dass die Kongressmitglieder etwas über Gates‘ Beziehung zu Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell erfahren wollten: «Was hat er gesehen? Wusste er, was vor sich ging? War er in irgendetwas davon verwickelt?» Comer betonte dabei, dass es keine Vorwürfe zu Fehlverhalten gegen Gates gebe.

Ziel des Parlamentsausschusses

Der Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein politisch aufarbeiten. In Akten, die das US-Justizministerium per Gesetz veröffentlichen musste, findet sich auch ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Gates richtet. Eine reine Namensnennung in den Akten sagt per se erst einmal nichts aus.

Multimillionär Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben.

Gates hatte Kontakt mit Epstein

Gates hatte wie viele andere Prominente aus zahlreichen Ländern auch früher Kontakt zu Epstein. Treffen mit ihm bezeichnete Gates vor Monaten als Fehler. Auf der Privatinsel Epsteins in der Karibik, die Zentrum des Missbrauchsrings gewesen sein soll, sei er nie gewesen. Er habe nie irgendwelche Frauen getroffen, hatte der Microsoft-Mitgründer betont.

Gates ist nicht der erste Prominente, der vor dem Kontrollausschuss erschien. Vor einiger Zeit hatten auch Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau unabhängig voneinander mit den Ausschussmitgliedern gesprochen. Auch Bill Clinton hatte Kontakt zu Epstein.

Quelle: dpa

Kriminalität USA

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