Verbotene Preisabsprachen

Bundesgerichtshof entscheidet zu Sammelklage bei Lkw-Kartell

12. Mai 2026 , 03:30 Uhr

Tausende Lkw-Käufer fordern Schadenersatz von verschiedenen Herstellern. Ob ihre Ansprüche in einem Sammelklagen-Inkasso gebündelt werden dürfen, soll nun der Bundesgerichtshof klären.

Im millionenschweren Schadenersatzprozess gegen ein Lkw-Kartell will der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag (9.00 Uhr) eine Entscheidung verkünden. Im Fokus stand die Frage, ob die Ersatzansprüche wegen kartellbedingter Schäden gebündelt durch ein Inkassounternehmen geltend gemacht werden können. Der Rechtsdienstleister Financialright Claims tritt in dem Verfahren als alleiniger Kläger auf.

Die EU-Kommission hatte gegen die Lkw-Konzerne DAF, Daimler, Iveco, Scania und Volvo/Renault Bußgelder von fast vier Milliarden Euro verhängt, weil sie von 1997 bis 2011 Verkaufspreise ausgetauscht hatten. MAN war als Kronzeuge straffrei ausgegangen. Die Käufer von etwa 70.000 angeblich überteuert verkauften Lastwagen fordern von den Herstellern rund 500 Millionen Euro Schadenersatz. Ihre Ansprüche haben sie dazu an Financialright Claims abgetreten. Das Unternehmen erhält im Erfolgsfall 33 Prozent Provision.

Die Klage war in erster Instanz gescheitert. Nach Ansicht des Landgerichts München war Financialright Claims nicht anspruchsberechtigt, weil die Abtretungen gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz verstießen und somit nichtig seien. Das Oberlandesgericht München sah die Sache später anders. Das Vorgehen der Klägerin sei durch die Inkasso-Befugnis gedeckt, urteilte der Kartellsenat im März 2024. Gegen die Entscheidung legten mehrere beklagte Lkw-Hersteller Revision ein, so dass nun der BGH entscheidet. (Az. KZR 6/24)

Quelle: dpa

Automobilindustrie Baden-Württemberg Bayern Deutschland Fahrzeugbau Industrie Justiz Prozess (Gericht) Recht Transport

Das könnte Dich auch interessieren

12.05.2026 BGH zieht Grenzen bei Sammelklage gegen Lkw-Kartell Es geht um jahrelange Preisabsprachen, eine halbe Million Euro Schadenersatz und die Frage: Darf eine Inkasso-Firma die Ansprüche vor Gericht gebündelt einklagen? Jetzt hat der BGH gesprochen. 07.05.2026 «Mies behandelt»: BGH zu Diskriminierung im Gesundheitswesen Eine blinde Patientin kämpft in Karlsruhe für rechtliche Handhabe gegen ihre Ablehnung in einer Rehaklinik. Warum das Urteil auch über ihren Fall hinaus große Auswirkungen haben könnte. 06.05.2026 BMW verdient weniger - aber mehr als VW und Mercedes Die letzten Quartalszahlen des scheidenden BMW-Chefs Oliver Zipse sind erneut ein Gewinnrückgang. Zu den neuesten Zollankündigungen von US-Präsident Trump äußert Zipse Hoffnung. 23.04.2026 Bundesgerichtshof prüft Urheberschutz für USM-Designmöbel Vor Gericht kämpft USM für einen Urheberschutz für sein bekanntes Möbelsystem. Nach einem Schlenker über den EuGH liegt das Verfahren wieder in Karlsruhe. Dort wird es wohl noch nicht enden.