Wortgefecht wegen Iran-Krieg

Clooney kontert Spott aus Trumps Team nach Iran-Kritik

09. April 2026 , 10:51 Uhr

Nach Trumps Drohung gegen den Iran kritisierte der Hollywoodstar den Mangel an Anstand in der US-Politik. Im Weißen Haus wurde er dafür verspottet. Doch der zweifache Oscar-Preisträger hält dagegen.

Nach einem Schlagabtausch mit dem Weißen Haus hat Hollywood-Star George Clooney eine erwachsene Debattenkultur von der US-Regierung von Präsident Donald Trump gefordert. Familien verlören Angehörige, Kinder würden verbrannt und die Weltwirtschaft stehe unter Druck, sagte der 64-Jährige dem Branchenmagazin «Variety». Dies sei «eine Zeit für intensive Debatten auf höchstem Niveau. Nicht für kindische Beschimpfungen.»

Clooney reagiert mit Selbstironie

Zuvor hatte Clooney laut der Nachrichtenagentur Ansa bei einem Auftritt in der norditalienischen Stadt Cuneo am Mittwoch gesagt, wenn jemand eine Zivilisation zerstören wolle, sei das ein Verbrechen. Der zweifache Oscar-Preisträger («Syriana») bezog sich auf eine Äußerung Trumps, der am Dienstag mit dem Ende der iranischen Zivilisation gedroht hatte. Politische Differenzen dürften nicht dazu führen, «eine Grenze des Anstands» zu überschreiten, so Clooney.

Trumps Kommunikationsdirektor Steven Cheung entgegnete der Zeitung «The Independent», Clooney sei der Einzige, «der Kriegsverbrechen» begehe – wegen seiner «furchtbaren Filme» und «miserablen schauspielerischen Fähigkeiten».

Clooney reagierte im «Variety» mit einem Seitenhieb auf sich selbst: Er könne mit der Bezeichnung als gescheiterter Schauspieler leben – schließlich habe er 1997 in der Comicverfilmung «Batman & Robin» mitgespielt. Zugleich fragte er, wie die US-Regierung ihr Vorgehen verteidige. 

Wiederholt öffentliche Wortgefechte zwischen Trump und Clooney

Clooney gilt als langjähriger Kritiker Trumps; die beiden lieferten sich wiederholt öffentliche Wortgefechte. Der Schauspieler und Aktivist verbringt mit seiner Ehefrau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, und seinen Kindern unter anderem viel Zeit in seiner Villa am Comer See.

Quelle: dpa

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