Serienpläne

Cornelia Funke kritisiert Männerdominanz im Filmgeschäft

12. Juni 2026 , 16:50 Uhr

Die Mädchenbande «Die Wilden Hühner» begeisterte Millionen junge Leserinnen und Leser. Eine TV-Serie über die erwachsenen «Hühner» gelang bisher nicht. Autorin Funke glaubt zu wissen, warum.

Cornelia Funke sieht Männerdominanz im Film- und Fernsehgeschäft als Ursache dafür, dass ihre Serienpläne für eine Fortsetzung der «Wilden Hühner» bislang nicht umgesetzt werden konnten. «Wir haben den Pitch an vier Streamer und zwei Fernsehsender geschickt. Und es gab entweder gar keine Rückmeldung – oder nur eine sehr vage», sagte die 67 Jahre alte Kinder- und Jugendbuchautorin im «Spiegel»-Interview. «Das ist bei Bestsellern, wie es die Hühnerbände sind, schon bemerkenswert.»

1993 erschien das erste Buch «Die Wilden Hühner» über eine Bande von fünf Mädchen. Funke hatte vor ein paar Jahren angekündigt, «Die Wilden Hühner» zurückzubringen – als 30-jährige Frauen.

Als ihre persönliche Erklärung für das mangelnde Interesse nannte Funke: «Es ist eine Geschichte über Frauen. Und in den Entscheiderpositionen bei Sendern und Streamern sitzen immer noch viele Männer, die sich dafür nicht interessieren.» Sie habe mal «irgendwo den schönen Satz gehört: „Die Jungs entscheiden“», sagte die Autorin. «Und ich fürchte, das trifft auch hier zu.» 

«Riesiges Interesse» auf Lesungen

Dabei habe sie auf ihren Lesungen «riesiges Interesse gespiegelt» bekommen. «Da werde ich ständig gefragt, wann die Hühner zurückkommen, was sie heute machen, ob sie noch befreundet sind. Es gibt also eine gesicherte Zuschauerinnenschaft.» Sie sei aktuell in Gesprächen mit dem Thalia Theater in Hamburg. «Vielleicht bringen wir „Die Wilden Hühner“ zuerst auf die Bühne», sagte Funke. 

Insgesamt gab es fünf Bände der «Wilden Hühner», es folgten drei Kinofilme sowie Hörspiele und Theaterfassungen. Die Geschichte der Teenager Sprotte, Frieda, Melanie, Trude und Wilma rund 20 Jahre später soll nach Funkes Idee in einer sechsteiligen Serie zum Streamen oder im TV erzählt werden.

Quelle: dpa

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