Besitzansprüche auf Insel

Angst um Grönland: So reagiert Dänemark auf Trumps Drohungen

05. Januar 2026 , 16:51 Uhr

Trump will Grönland unbedingt haben – und versetzt Dänemark und die Bewohner der Arktisinsel in Alarmbereitschaft. Für die Grönländer steht fest: «Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten.»

Nach neuen Übernahme-Drohungen von US-Präsident Donald Trump wächst im dänischen Königreich die Sorge um Grönland. Viele stellen sich die Frage: Könnte der Trump wirklich Ernst machen und die Arktisinsel unter seine Kontrolle bringen?

Für die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen herrscht kein Zweifel daran, dass Trump es ernst meint. «Er hat es immer wieder direkt und indirekt gesagt», sagte Frederiksen in einem Interview des dänischen Rundfunks. «Aber wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf.» Trump hatte den Einsatz von militärischer Gewalt in Grönland in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.

Dänische Regierungschefin: Trump meint es ernst

«Die Amerikaner zeigen jedenfalls, dass sie bereit sind, ziemlich weit zu gehen, und dass ihnen andere Länder egal sind», sagte Arktis-Forscher Jon Rahbek-Clemmensen von der dänischen Verteidigungsakademie dem Rundfunksender DR. «Sie betrachten den amerikanischen Kontinent als ihr Hinterland. Das sind schlechte Nachrichten für Dänemark und Grönland, denn dort liegt Grönland auch.»

Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor Journalisten betont: «Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit.» Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung – und Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen. Um das zu unterstreichen, machte sich Trump mit einem Spruch über den Nato-Partner lustig: «Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung.»

Regierungschefin Frederiksen wies die Besitzansprüche des US-Präsidenten klar zurück. «Dänemark ist immer ein guter Verbündeter gewesen», sagte sie in dem Interview. Das Land habe sich im vergangenen Jahr um Aufrüstung auf der Arktisinsel bemüht. «Wir sind uns in der Nato einig darin, die Sicherheit im hohen Norden zu verstärken.» Man könne aber nicht einfach hergehen und einen Teil des Territoriums eines anderen Landes übernehmen. Zahlreiche Regierungschefs von EU-Ländern sowie der britische Premierminister Keir Starmer stellten sich hinter Frederiksens Aussage.

Grönländerin über Trumps Drohungen: «Das macht mich rasend!»

Auf den Straßen der grönländischen Hauptstadt Nuuk waren die neuerlichen Drohungen aus den USA Gesprächsthema Nummer eins. «Das ist so respektlos, dass sie glauben, dass sie einfach unser Land übernehmen können», sagte die Grönländerin Mia Schmidt dem dänischen Rundfunk. «Das macht mich rasend!»

Viele Grönländer sagten dem Sender DR, sie seien nun noch beunruhigter als zuvor. «Das ist ein klares Signal der USA, dass sie darauf bestehen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen», sagte Jesper Müller aus Nuuk. 

«Müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten»

Die grönländische Politikerin Aaja Chemnitz sitzt für ihr Land im dänischen Parlament. Sie sagte: «Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen.» Auch dänische Politiker meldeten sich nach den neuen Drohungen zu Wort. «Ich habe immer noch nicht die Fantasie, mir vorzustellen, dass die USA eine militärische Invasion in Grönland in Erwägung ziehen», sagte der liberale Politiker Martin Lidegaard dem dänischen Rundfunk. «Aber sie rasseln mit dem Säbel und deuten es an. Und das ist inakzeptabel.»

Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet in der Arktis und gehört zum Königreich Dänemark. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Besitzansprüche auf Grönland angemeldet. Damals hatten viele Menschen in Dänemark dies noch als Scherz aufgefasst. Kurz vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Grönland wieder zum Thema gemacht. Seitdem droht er immer wieder mit einer Übernahme der Arktisinsel.

Quelle: dpa

 

Dänemark Diplomatie Grönland Internet Regierung USA

Das könnte Dich auch interessieren

24.01.2026 Werner Herzog von Pinguin-Hype fasziniert - und Trump? Der vom deutschen Regisseur Werner Herzog einst gefilmte einsame Pinguin in der Antarktis ist ein Social-Media-Phänomen. Auch das Weiße Haus nutzt den Trend für sich. «Aber warum?» 14.01.2026 Deutschland sendet Soldaten - keine Lösung in Grönlandkrise Das Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland endet ohne Einigung. Als Reaktion auf den Konflikt entsenden Nato-Partner Soldaten zu Erkundung der Lage - auch die Bundeswehr. 13.01.2026 Nielsen: Grönland lieber Teil Dänemarks als der USA Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen und Grönlands Regierungschef Nielsen demonstrieren angesichts der US-Ansprüche Einigkeit. Doch der härteste Teil kommt noch, warnt Frederiksen. 12.01.2026 Europa sucht Ausweg aus Grönland-Konflikt - Trump unbeirrt Trump will Grönland. Als Reaktion schlagen europäische Partner eine stärkere Nato-Präsenz in der Arktis vor. Der US-Präsident gibt sich unbeeindruckt. Jetzt hat sich der Kanzler erstmals geäußert.