Nach jahrelanger Sanierung

Das gibt es im Kloster St. Michael zu bestaunen

25. April 2026 , 14:57 Uhr

Jahrelang konnte eine Attraktion in der Unesco-Welterbestadt Bamberg nicht besichtigt werden. Die Sanierung der ehemaligen Klosteranlage St. Michael ist nun abgeschlossen. Was die Besucher erwartet.

Die imposante Anlage mit 1000-jähriger Geschichte thront hoch über der Welterbestadt Bamberg – und war doch lange Zeit für Gäste und Einheimische verschlossen. Nun, nach 14 Jahren Generalsanierung, öffnet die Abteikirche des ehemaligen Klosters St. Michael wieder. 

Das ist zu sehen

Bekannt ist die frühere Klosterkirche St. Michael vor allem wegen ihres Deckengemäldes: Der «Himmelsgarten», 1617 vollendet, zeigt mehr als 580 Heil-, Nutz- und Zierpflanzen, sowohl aus heimischen Gefilden als auch exotische Gewächse wie Ananas und Granatapfel. Die Darstellung gilt als einzigartig.

Zur Klosteranlage gehören auch der Klosterhof und Gärten. An den Hängen gedeihen seit 2012 auch wieder Weinreben. Die Kirche beherbergt außerdem das Grab des heiliggesprochenen Bischofs Otto von Bamberg (um 1060 bis 1139). Freude über die Wiedereröffnung nach vielen Jahren Schließung dürfte es auch bei vielen Verliebten in Bamberg geben – St. Michael gilt als beliebte Hochzeitskirche.

Die Wiedereröffnung

Am Samstag feierte der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl den ersten Gottesdienst im sanierten Kirchengebäude. «Es ist eine Pracht», lobte er die Sanierungsarbeiten. Der Himmelsgarten der Kirche sei «eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt», sagte Gössl. Dem Menschen sei «nicht Ausbeutung und Verbrauch» aufgetragen, sondern die Erde zu hüten und zu hegen. 

Der Gottesdienst und der Festakt waren nur für geladene Gäste bestimmt, am Sonntag sollte St. Michael für alle geöffnet sein. Regulär offen ist die Kirche dann vom 1. Mai an – jeweils freitags bis sonntags sowie an Feiertagen jeweils von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Deshalb war die Sanierung notwendig

Die Kirche war akut einsturzgefährdet. Spätestens, als sich im Jahr 2012 ein zwei Kilo schwerer Putzbrocken aus dem Gewölbe gelöst hatte, wurde die Gefahr sichtbar. «Dieser Moment war ein Schock – aber auch ein Wendepunkt», sagt Bertram Felix, der Immobilien- und Stiftungsreferent der Stadt Bamberg. «Uns wurde schlagartig bewusst, dass wir nicht mehr punktuell reparieren können. Wir mussten das Gebäude in seiner Gesamtheit betrachten und retten.» 

So lief die Sanierung

Die Kirche wurde geschlossen und die aufwendigen Arbeiten begannen. Die Schadensanalyse brachte zutage, dass es massive statische Probleme an dem Bau gab. «Wir haben hier nicht einfach saniert. Wir haben das Gebäude Stück für Stück neu stabilisiert», so Bauleiterin Karin Hamper. 

Insgesamt 43 Millionen Euro kosteten die Maßnahmen. Die Investition habe sich gelohnt, sagt der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Die Anlage sei ein «Juwel mitten im Welterbe».

Deshalb ist St. Michael kein aktives Kloster mehr

Um 1015 wurde das Kloster gegründet und erlebte verschiedene Phasen der Blüte – aber auch Zeiten, in denen es weniger gut lief. Beispielsweise verfiel die romanische, auf Initiative von Bischof Otto gebaute Kirche Ende des 13. Jahrhunderts mehr und mehr. In der Barockzeit wurde aufwendig gebaut auf dem Gelände, auch die Kirche wurde barock umgestaltet. 1803, im Rahmen der Säkularisierung, wurde das Kloster schließlich aufgelöst. Wenig später übernahm die Bürgerspitalstiftung die Gebäude. 

Quelle: dpa

 

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