Nach dem Halbfinale

Das war die WM-Nacht: Brisantes Banner und Kritik an Tuchel

16. Juli 2026 , 05:00 Uhr

Argentinien feiert Lionel Messi und fiebert dem vierten WM-Titel entgegen. Inmitten des Jubels zeigen die Argentinier ein politisch brisantes Banner. Bei England steht Thomas Tuchel im Fokus.

Argentinien bejubelt den Einzug ins WM-Finale und träumt nun am Sonntag gegen Spanien vom vierten Weltmeistertitel. Gefeierter Held war wieder einmal Lionel Messi, der beim 2:1 über England mit zwei Vorlagen maßgeblich die Partie drehte. Als der Superstar nach dem erneuten Comebacksieg vor den eigenen Fans tanzte, präsentierten seine Mitspieler ein politisch brisantes Banner mit Bezug auf den Falkland-Krieg. Dies könnte Konsequenzen durch die FIFA nach sich ziehen. 

Bei Halbfinal-Verlierer England steht unterdessen Thomas Tuchel in der Kritik. Medienberichten zufolge soll er trotzdem nicht um seinen Job fürchten müssen. Das war das Wichtigste der WM-Nacht:

Argentinien droht Strafe durch die FIFA

Schon vor der Partie war das Halbfinal-Duell in Atlanta aufgrund der politischen Vergangenheit mächtig aufgeladen gewesen. Inmitten der Siegesfeier zeigten argentinische Spieler dann ein Plakat mit der Aufschrift «Las Malvinas son argentinas» («Die Malvinas sind argentinisch»). Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf die sogenannten Malvinas, wie die Falklandinseln in Argentinien heißen, erklären. 

Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Inseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Der Weltverband FIFA verbietet rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit eine Strafe drohen.

Tuchel in der Kritik

Der frühere Bundesligatrainer Tuchel soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge trotz des Scheiterns weiter das Vertrauen des englischen Verbands FA haben. Es werde erwartet, dass der deutsche Coach das Team auch zur Heim-EM 2028 führen werde, schrieb unter anderem die BBC kurz nach der Niederlage. Tuchel werde wahrscheinlich Trainer bleiben, schrieb die «Times».

Tuchel steht nach der Niederlage gegen Argentinien in der Kritik mehrerer Experten. Sie werfen dem früheren Bundesligatrainer vor, nach der 1:0-Führung auf eine zu defensive Taktik gesetzt zu haben. Ex-Stürmer Chris Sutton unterstellte Tuchel eine «Coaching-Katastrophe».

FA-Geschäftsführer Mark Bullingham äußerte sich direkt nach dem Schlusspfiff nicht konkret zur Vertragssituation Tuchels. «Die Spieler und Thomas haben heute alles gegeben und das Team, die Trainer und der Staff hätten nicht härter während des Turniers arbeiten können», sagte der Funktionär.

Prinz William: Enttäuscht und stolz

Der britische Thronfolger Prinz William hat sich nach dem englischen Scheitern mit aufmunternden Sätzen an das Nationalteam gewandt. «Extrem enttäuscht. England, ihr habt alles gegeben, und wir sind alle so stolz auf euch», schrieb der 44 Jahre alte Präsident des englischen Fußballverbands bei X. William bedankte sich bei allen Beteiligten «auf und neben dem Platz für ein unglaubliches Turnier». «Der Kampfgeist und der Glaube, den ihr gezeigt habt, haben uns alle inspiriert», schrieb er.

Quelle: dpa

 

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