Kinostart

Dauer-Scrollen statt Kino: Hawke kritisiert Handy-Kultur

18. März 2026 , 07:38 Uhr

Nebenrolle fürs Kino, Hauptrolle fürs Smartphone: Schauspieler Ethan Hawke sieht veränderte Sehgewohnheiten junger Menschen kritisch – und warnt vor einer «zerschossenen» Aufmerksamkeitsspanne.

Ständig online, kaum noch Muße: Schauspieler Ethan Hawke sieht die Unterhaltungsbranche durch veränderte Sehgewohnheiten unter Druck. «Ich beobachte, wie sich die Art und Weise, wie junge Menschen Filme schauen, verändert», sagte der 55-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

«Sie schauen Filme, während sie auf ihr Handy starren. Die Aufmerksamkeitsspanne wird regelrecht zerschossen.» Menschen fühlten sich inzwischen «so unwohl in der Stille und so unwohl mit Langeweile. Einige der schönsten Momente meines Lebens sind aus Langeweile entstanden, dort haben sich all meine schönsten Träume erfüllt.»

Heutzutage wolle «niemand mehr gelangweilt sein», sagte Hawke. «Sie spielen Spiele auf ihrem Handy, sie lesen die Nachrichten, und wir sind alle ständig aufgeregt.»

Großvater schimpfte: Lies nicht so viel

Sehgewohnheiten und der Umgang junger Leute mit Kultur veränderten sich aber ständig, sagte Hawke. «Ich erinnere mich, dass mein Großvater meine Mutter immer angeschrien hat, weil sie zu viel gelesen hat. „Nimm den Kopf aus dem Buch. Geh nach draußen.“ Und jetzt flehen wir unsere Kinder an, mehr zu lesen. Das ist faszinierend.»

Hawke kommt am 26. März mit dem Film «Blue Moon» (Regie: Richard Linklater) in die deutschen Kinos. Er verkörpert darin den Songwriter Lorenz Hart, der mit seinem persönlichen Leben, aber auch den Veränderungen im Showbusiness nicht klarkommt. Hawke war für die Rolle für einen Oscar nominiert.

Quelle: dpa

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