Rüstungsprojekte

Deutsches Heer soll Marschflugkörper bekommen

09. Oktober 2026 , 08:03 Uhr

1.500 Kilometer Reichweite, massierte Angriffe: Mit neuen Marschflugkörpern will das Heer eine gegnerische Abwehr überfordern können. Der Heeresinspekteur äußert sich zu dem Vorhaben.

Heeresinspekteur Christian Freuding will seine Truppe mit kostengünstigen Marschflugkörpern für den Masseneinsatz ausstatten. Die Entscheidung für die Beschaffung sogenannter Low Cost Cruise Missiles sei getroffen, sagte der Generalleutnant beim Parlamentarischen Abend des Förderkreises des Heeres in Berlin. 

«Wir werden damit Ziele in einer Tiefe von etwa 1.500 Kilometern massiert bekämpfen, gegnerische Flugabwehrsysteme übersättigen können», sagte er laut Redemanuskript, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Vor allem im Verbund mit klassischen Marschflugkörpern könne sich das ergänzen. 

Freuding nannte Masse zur Sättigung – also Überforderung – der gegnerischen Flugabwehr und «hochwertige Wirkmittel für Ziele von strategischer Bedeutung». Es sei deswegen aus Perspektive der Landstreitkräfte richtig, auch US-Marschflugkörper dem Heer zuzuordnen. Die Bundesregierung will diese hochwertigen Waffensysteme in den USA kaufen.

Das Heer betrachtet zwei marktverfügbare Systeme

Für den Kauf kostengünstiger Systeme nannte er keine Kandidaten. Zwei marktverfügbare Systeme stünden derzeit im Fokus. Beide müssten für die Bundeswehr allerdings noch qualifiziert werden. «Ein erster Zulauf ab 2027 ist damit grundsätzlich möglich, und wir wollen das auch erreichen», erklärte Freuding.

Das US-Rüstungsunternehmen Covenant hatte zu Wochenbeginn in Leipzig seine Produktionsstätte zur Herstellung von Marschflugkörpern eröffnet. Die Fertigung des Waffensystems Anthem soll 2027 beginnen. Covenant will im ersten Jahr 1.000 Stück, 2028 bereits 5.000 Exemplare bauen.

Das Unternehmen will das Waffensystem deutlich günstiger anbieten als bislang auf dem Markt verfügbare Systeme. Covenant erklärt dazu, Anthem werde einen sechsstelligen Betrag kosten, also weniger als eine Million, während andere Waffensysteme dieser Art üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück kosten.

Quelle: dpa

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