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Doku über Rapper Xatar: «Wie wenn man über Bach spricht»

01. Mai 2026 , 11:00 Uhr

In drei Folgen widmet sich eine ARD-Doku dem Musiker, der Deutschrap prägte - und vor einem Jahr überraschend starb. Auch Xatar kommt zu Wort. Eine fast schon legendäre Frage bleibt ungelöst.

Angefangen hat alles in einem Keller unter einem Internetcafé. Hier, mitten im Bonner Problemviertel Brüser Berg, nahm Giwar Hajabi seine ersten Songs auf, bevor er als Xatar zu einer nationalen Rapikone wurde. Vor fast einem Jahr starb der im Iran geborene Kurde völlig überraschend im Alter von nur 43 Jahren. 

Die ARD widmet dem filmreifen Leben des einflussreichen, aber auch umstrittenen Musikers nun eine dreiteilige Dokumentation, die in der Mediathek zu sehen ist. Linear wird die erste Folge am 5.5. um 00:05 Uhr im Ersten gezeigt, am 6.5. ab 23.35 Uhr sind alle drei Folgen im NDR zu sehen. 

Enge Weggefährten erinnern sich

Szene-Größen wie SSIO, Farid Bang und Schwesta Ewa erinnern sich an den Rapper zurück. Rapper SSIO zieht an einer Stelle einen großen Vergleich: «Wenn 150 Jahre vergehen, dann wird das so etwas sein, wie wenn man über Johann Sebastian Bach spricht». Zu Wort kommen auch seine engsten Weggefährten, die ihn schon früh auf seinem Weg begleiteten, darunter seine Frau Farvah und sein enger Freund und Kollege Samy. 

Beide wuchsen mit Giwar im selben Viertel auf, zwischen Drogen, Gewalt und sozialem Elend. Der erste Teil der Doku «XATAR – Ein Leben ist nicht genug» zeigt unter anderem, wie Samy und Farvah durch das Viertel spazieren und Erinnerungen über die gemeinsame Zeit im Brüser Berg austauschen, als Giwar noch nicht berühmt war. In einer Szene steht Giwars Frau an der Brücke vor der Bushaltestelle, wo er damals um ihre Gunst warb. Es sind bisher kaum gekannte und berührende Einblicke in den Menschen hinter der harten Gangster-Fassade. 

Auch Xatar kommt selbst zu Wort

Immer wieder blendet Regisseur Stefan Kauertz Archivaufnahmen Xatars aus früheren Interviews ein, worin er selbst über sein Leben spricht. Eingebettet zwischen aktuellen Stimmen aus seinem engsten Umfeld und Bildaufnahmen aus alten Tagen wirken diese Szenen so, als würde der Rapper das Geschehen aus dem Jenseits kommentieren. Die ersten Dreharbeiten zur Doku hatten laut Angaben der ARD noch mit Xatar selbst zu seinen Lebzeiten stattgefunden. 

Wo ist das Gold?

Bevor der Rapper den Durchbruch mit seiner Musik schaffte, wurde er vor allem für einen spektakulären Goldraub im Jahr 2009 bekannt, der ihm schließlich mehrere Jahre Haft einbrachte. Die Doku lässt den Zuschauer die angeblichen Beweggründe für diesen Raub erfahren. Doch die mittlerweile fast schon legendäre Frage, wo das Gold geblieben ist, lüftet sie nicht. Samy, der am Raub beteiligt war, beteuert an einer Stelle, er wisse nicht mehr, wo er das Gold hingebracht habe. Das wüssten insgesamt nur drei Leute.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Filmschaffende mit dem Phänomen Xatar beschäftigen. Seine Lebensgeschichte inspirierte schon den Regisseur Fatih Akin zu dem preisgekrönten Gangster-Drama «Rheingold» (mit Emilio Sakraya in der Hauptrolle). Xatar war im Mai 2025 tot in seiner Kölner Wohnung gefunden worden. In Gedenken an den Künstler ist am Donnerstag (7.5.) ein Konzert in Köln etwa mit Auftritten von Haftbefehl, SSIO und Peter Fox geplant.

Quelle: dpa

 

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